
In 20 Prozent der von uns untersuchten Frischware von Kaiser’s/Tengelmann wurden die gesetzlichen Höchstmengen erreicht oder überschritten. Nach den strengeren Greenpeace-Kriterien waren sogar 34 Prozent der geprüften Waren nicht empfehlenswert. In ihrer Stellungnahme behauptet die Supermarktkette nun: 'Die negative Bewertung in diesem Einkaufsratgeber beruht ausschließlich auf einer internen Bewertung von Greenpeace.'
Tatsächlich aber schneidet das Obst und Gemüse von Kaiser´s/Tengelmann nicht nur bei der Greenpeace-Bewertung am schlechtesten ab. Auch die gesetzlichen Pestizid-Grenzwerte wurden bei der Ware dieses Unternehmens am öftesten erreicht oder überschritten. Aber eine Überschreitung habe es doch sowieso nur in zwei Fällen gegeben, heißt es weiter. Wieder falsch: Tatsächlich war dies siebenmal der Fall.
Dafür habe man bei Nektarinen, Äpfeln, Mangos, Kopfsalat und Rucola den 'besten Platz' belegt, brüstet sich die Supermarktkette. Doch auch das ist nicht richtig: Bei vier von zehn geprüften Produktgruppen - Trauben, Papaya, Tomaten und Cherry-Tomaten- waren die Belastungen bei Kaiser´s/Tengelmann am höchsten. Bei Mangos, Paprika und Kopfsalat liegen sie im Mittelfeld. Nur bei Rucola, Nektarinen und Äpfeln schnitt die Kette vergleichsweise gut ab.
Greenpeace erwartet, dass Tengelmann in Zukunft keine falschen Behauptungen zu den Testergebnissen verbreitet. Der Konzern soll sich besser darum kümmern, dass die gesetzlichen Pestizid-Grenzwerte eingehalten werden, und verhindern, dass nicht verkehrsfähige Lebensmittel in den Handel gelangen.
Grundsätzlich anzustreben ist Obst und Gemüse, das komplett frei von Spritzmittelrückständen ist. Mit falschen Aussagen und unrichtigen Informationen an die Verbraucher wird Kaiser’s/Tengelmann seine Qualitätsprobleme nicht lösen und das Vertrauen in sein Lebensmittelangebot kaum zurückgewinnen.