
Für den aktuellen Test kauften Greenpeace-Mitarbeiter im September in Hamburg und Berlin Auberginen und grüne Bohnen bei den Supermarktketten Edeka (dazu gehören auch Netto und Plus), Lidl, Metro (Real und Kaufhof) und REWE (dazu gehört auch Penny).
Zwar werden die gesetzlich vorgegebenen Höchstwerte im Auberginen- und Bohnentest nicht überschritten
, sagt Manfred Santen, Chemieexperte bei Greenpeace. Dennoch bleibt die Gefahr von Pestiziden in Lebensmitteln weiterhin bestehen.
Nur in vier der zehn Auberginenproben und in zwei der zwölf Bohnenproben wurden überhaupt keine Spritzmittelrückstände gefunden. Und auch in diesem Test finden sich immer wieder Rückstände besonders gesundheitsschädlicher Pestizide, die auf der Schwarzen Liste von Greenpeace stehen.
Nach den Kriterien der Schwarzen Liste gelten mehr als die Hälfte der getesteten Auberginen und grünen Bohnen als belastet und werden daher von Greenpeace abgewertet. In fast jeder zweiten Probe der untersuchten Auberginen oder Bohnen werden sogar mehrere dieser Pestizide gefunden. Die gesundheitlichen Folgen dieser Mehrfachbelastungen, also der Kombination aus mehreren Wirkstoffen, sind weitgehend unerforscht. Das hat jetzt auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA erkannt und ein aktuelles Programm zur Bewertung des Risikos von Mehrfachbelastungen in Obst und Gemüse gestartet.
Auberginen aus Spanien und den Niederlanden sowie grüne Bohnen aus Deutschland enthalten oft besonders bedenkliche Pestizide. So waren drei von fünf niederländischen und zwei von drei spanischen Auberginenproben belastet. Bei den grünen Bohnen weisen nur zwei von acht deutschen Proben keine Pestizidbelastung auf. Dagegen waren alle drei kenianischen Bohnenproben empfehlenswert.
Insgesamt setzt sich der Trend zu geringeren Rückständen bei Gemüse aus Supermärkten auch im aktuellen Test fort - ein Erfolg der Greenpeace-Pestizidkampagne. Als Reaktion auf umfassende Greenpeace-Tests haben alle großen deutschen Supermarktketten zwischen 2006 und 2007 verschärfte Standards und Kontrollen eingeführt. So stellte Greenpeace bereits im August 2007 deutlich sinkende Pestizidrückstände bei Tafeltrauben fest. Im ersten Quartal 2008 zeigten behördliche Tests von Paprika deutliche Verbesserungen bei dem bis dahin problematischen Gemüse. Ein Greenpeace-Test von Erdbeeren im Sommer 2009 zeigte ebenfalls einen Trend zur Besserung, verglichen mit Testergebnissen der Vorjahre.
Am besten greift der Verbraucher zu Bioprodukten
, empfiehlt Santen. Die von Greenpeace in den vergangenen Jahren durchgeführten Obst- und Gemüsetests zeigen, dass Produkte aus dem Bioanbau gar nicht oder nur in geringen Spuren mit Pestiziden belastet sind. Das trifft auch auf den aktuellen Test zu. Gerade für Kleinkindnahrung sollten daher nur Biowaren verwendet werden.
Derzeit wird ein nationaler Pestizid-Aktionsplan in den Bundesministerien für Landwirtschaft und Umwelt erarbeitet. Greenpeace fordert, dass die Bundesregierung den Landwirten und Handelsketten bei der Umstellung auf nichtchemische Pflanzenschutz-Alternativen unter die Arme greift. Nur dadurch kann eine wirksame Reduktion des Risikos durch Pestizideinsatz erzielt werden.