Im September 2004 protestiert Greenpeace vor dem Verbraucherministerium mit drei übergroßen Äpfeln, in denen Giftspritzen stecken. Bundesministerin Künast erhält die Greenpeace-Studie Pestizide am Limit. Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend: Die gesetzlich erlaubten Höchstmengen für Pestizidrückstände in Obst, Gemüse und Getreide sind in den letzten fünf Jahren in Deutschland massiv angehoben worden. Zu den zehn Pestiziden, bei denen die Grenzwerte am stärksten heraufgesetzt wurden, gehören acht besonders gesundheitsgefährdende Agrargifte. Diese Pestizide können Krebs auslösen, das Hormon- und Fortpflanzungssystem sowie Gewässerorganismen schädigen.
2004 lässt das EinkaufsNetz, die Verbraucherorganisation von Greenpeace, mehrmals Obst und Gemüse testen. Nach Erdbeeren, Paprika und Trauben folgen im Dezember die erschreckenden Testsergebnisse zu Blattsalaten: Keiner der Salate aus konventioneller Landwirtschaft, gekauft bei verschiedenen Supermarktketten, war frei von Pestizidrückständen. Gut schnitten allein zwei Bio-Salate ab, in denen keine Pestizide nachgewiesen wurden. Greenpeace fordert einen Vermarktungsstopp belasteter Ware durch die Handelsketten und schärfere Kontrollen durch die Behörden.
Schon seit 1999 weist Greenpeace auf die Gesundheitsgefahr von Dieselruß hin. Schwere Krankheiten wir Krebs, Asthma oder Allergien können dadurch ausgelöst werden. Mit Aktionen in Krankenbetten und mit so genannten Dieselschweinen - als rosa Schweine umgestaltete Dieselfahrzeuge - warnen Greenpeacer vor den gefährlichen Rußpartikeln. So üben sie Druck auf die Hersteller aus, endlich Rußfilter in Dieselautos einzubauen - und beweisen die technische Machbarkeit mit einem umgerüsteten Mercedes.
Erste Erfolge gibt es im Juli 2004: Die Bundesregierung erklärt, Halter von Dieselautos mit Rußfiltern würden ab Januar 2005 steuerlich entlastet. Spätestensab 2009 will die Autoindustrie in Deutschland keine Pkws ohne Partikelfilter mehr ausliefern.
Seit Herbst 2002 arbeitet Greenpeace mit anderen Organisationen in der Initiative Kein Diesel ohne Filter zusammen. Ende 2004 wird deutlich, dass weitere, gebündelte Proteste dringend nötig sind: Die steuerliche Entlastung für Dieselautos mit Rußfiltern - die eine Nachrüstung mit schützenden Dieselfiltern beschleunigen würde - wird nicht zum Januar 2005 kommen. Die Bundesregierung will ihre Zusagen nicht einhalten - und vernachlässigt damit den Gesundheitsschutz sträflich.