
Ganz oben an der Spitze positioniert sich Nokia mit sieben von zehn möglichen Punkten. Das gute Ergebnis kommt vor allem durch das verbesserte Rücknahmeangebot in Indien zustande.
Zum zweiten Mal wurde beim Ranking auch der Energieverbrauch der Geräte berücksichtigt: Immerhin ist die Elektroindustrie mittlerweile für rund zwei Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.
Die meisten Firmen konnten den verschärften Kriterien für giftige Inhaltsstoffe, Elektroschrott und Energieverbrauch nachkommen
, sagt Iza Kruszewska, Chemie-Kampagnerin bei Greenpeace International.
Apple, Nokia, Sony Ericsson und Samsung liegen beim Energieverbrauch vorne. Auch Toshiba sei ein gutes Beispiel für ein Unternehmen, dass seine Klimapolitik enorm verbessert habe, so Kruszewska.
Fujitsu Siemens Computers belegt mit 5,5 Punkten den dritten Platz - ein großer Fortschritt zu Platz 15 im letzten Ranking. Bis Ende 2010 sollen alle Produkte frei von PVC und bromierten Flammenschutzmitteln (BFR) sein.
Rang vier und fünf belegen Sony Ericsson und Sony, beide mit 5,3 Punkten. Bis jetzt sind noch keine Computer ohne PVC und Flammenschutzmittel auf dem Markt - viele neue Produkte weisen aber deutlich geringere Mengen auf.
Apple Chef Steve Jobs kündigte letzte Woche an, der neue iPod werde frei von PVC, Flammenschutzmitteln und Quecksilber sein. Damit würde Apple Unternehmen wie Nokia und Sony Ericsson folgen.
Apples Vorhaben, sämtliche Giftstoffe bis Ende 2008 aus seinen Produkten zu verbannen, ist ein wirklich positiver Schritt
, meint Kruszewska. Kritisch hingegen ist der neue iPod Akku: die Kosten für eine Neuanschaffung sind beinahe so hoch wie ein neues Gerät.
Im Umgang mit Elektroschrott und der Entsorgung schneidet Philips am schlechtesten ab und belegt Platz zwölf. Das Unternehmen gehörte zur Electronic Manufacturers' Coalition for Responsible Recycling.
Viele Unternehmen verließen die Koalition jedoch aus Angst vor möglichen Strafen nach der Veröffentlichung des Greenpeace Rankings. Die Gruppe löste sich deshalb im August auf.
Ganz unten im Ranking stehen Sharp mit 3,1 Punkten, Microsoft mit 2,2 Punkten und immer noch völlig abgeschlagen Nintendo mit 0,8 Punkten.
(Autorin: Sina Röttgers)

Die neuen Infos zeigen, dass Apple Fortschritte macht. So sind Kopfhörer, Gehäuse und USB-Kabel PVC-frei - im ersten von uns ins Labor geschickten iPhone waren noch große Mengen PVC im Kopfhörer gefunden worden. Und für bestimmte Platinen werden bromierte Flammschutzmittel (BFR) ausgeschlossen.
Apple liegt damit aber immer noch hinter den Konkurrenzprodukten von Sony Ericsson und Nokia, die PVC komplett ausschließen - auch für die Ladegeräte. Die Handys sind auch nahezu frei von BFR - wie viel von dieser Chemikalie noch im iPhone steckt, ist hingegen unklar.
Positiv zu bewerten ist, dass die Verpackung umweltfreundlicher ist und das Ladegerät hohe Energieeffizienz-Standards hat. Apple sollte diesen Weg weiter gehen und PVC und BFR nicht nur für bestimmte Teile, sondern für die gesamte Produktpalette ausschließen. Ganz zu schweigen von der Vermeidung anderer gefährlicher Substanzen wie Antimon, Beryllium und Phthalate.
Chemikalien dünsten aus und gefährden zudem durch Abrieb unsere Gesundheit. Auch beim Recycling werden sie zum Problem. Für Ende 2008 und 2009 haben einige Elektrofirmen angekündigt, giftige Chemikalien aus der Produktion zu verbannen. Die Frage ist, wer wird das erste wirklich grüne Gerät auf den Markt bringen.

PVC, Weichmacher oder bromierte Flammschutzmittel: Alle drei Hersteller setzen gefährliche Chemikalien für die Produktion ihrer Spielekonsolen ein. Die Xbox 360 und die PlayStation 3 Elite enthalten beispielsweise DEHP, ein Plastik-Weichmacher, der in Kinderspielzeug bereits verboten ist. Glück für Microsoft und Sony, dass Konsolen nicht in die Kategorie Kinderspielzeug fallen.
Giftige Chemikalien, die nicht in Kinderhände gehören, haben auch in Spielekonsolen nichts zu suchen
, sagt Ulrike Kallee, Chemieexpertin von Greenpeace. Durch Abrieb oder Ausdünsten gefährden sie unsere Gesundheit und werden auch beim Recycling zum Problem.
Der Greenpeace-Test zeigt aber auch, dass giftige Stoffe vermieden werden können. Die Hersteller haben für unterschiedliche Bauteile wie Platinen oder Gehäuse giftige Substanzen durch ungefährliche Alternativen ersetzt,
sagt Kallee. Wissen und Material sind also vorhanden, es muss nur noch in einer Spielekonsole zusammengebracht werden, um ein grüneres Produkt auf den Markt zu bringen.
Seit einigen Jahren ist Greenpeace auf der Suche nach Grüner Elektronik. So ist im August 2006 das erste Ranking für Computer und Handys erschienen. Die Kampagne sowie die Proteste von Verbrauchern zeigten einige Erfolge. Greenpeace hat jetzt zusätzlich Speielkonsolen ins Visier genommen. Der Markt erfreute sich im letzten Jahr über eine Wachstumsrate von 14 Prozent. Zeit zu investieren - in nachhaltigere Produkte.
Gefährliches Spiel
Die Chemikalien, die Greenpeace in den Spielekonsolen gefunden hat, sind unter anderem fortpflanzungsschädigend, schaden Leber und Niere und finden sich in zunehmenden Mengen z.B. in der Muttermilch wieder. Doch sie schädigen nicht nur unsere Gesundheit.
Riesige Mengen an Elektroschrott werden nicht recycelt: In Europa bis zu 75 Prozent, in den USA sind es sogar 80 Prozent. Das Schicksal dieser Geräte ist unbekannt. Ein Teil findet seinen Weg - oft illegal - auf afrikanische Müllkippen oder nach Asien, wo die Geräte rudimentär per Hand auseinander genommen werden.
So tauchen Arbeiter und Arbeiterinnen Platinen in starke Säuren oder verbrennen PVC-Kabel über dem offenen Feuer, um das Kupfer und andere Rohstoffe herauszutrennen. Dabei atmen sie die hochgiftigen Dämpfe ein. Neben dem Verzicht auf Schadstoffe fordert Greenpeace deshalb von den Herstellern, alte Geräte zurückzunehmen und zu recyceln.

Zunächst: Grün sind sie alle nicht - PC, Notebook, Handy und Co. Aber es gibt grünere und weniger grüne und leider auch immer noch knallrote. Von zehn Punkten, die zu vergeben sind, erreichen Samsung und Toshiba 7,7. Nokia patzt bei der Rücknahme seiner Altgeräte in Indien und Russland: zurück auf Platz 3! Gleichauf: Sony, Lenovo und Dell.
Auf den hintersten Plätzen tummeln sich außer Nintendo noch Panasonic, Philips, Microsoft, Sharp und Acer. Apple? Na, immerhin schon orange. Mittelfeld. Einzelheiten zur Bewertung und eine animierte Darstellung gibt es bei Greenpeace International (Link unten).
Seit wir 2006 damit angefangen haben, kommt alle drei Monate eine aktuelle Version unserer Elektronik-Rangliste heraus. Dies ist die siebente. Auf der Animation können Sie auch Verlauf und Entwicklung nachvollziehen.
Der Vierteljahres-Guide hat die Branche ganz gut durchgeschüttelt. Viele Hersteller haben reagiert und ihre Umweltvorgaben erheblich verbessert. Viermal gab es einen Wechsel an der Spitze, die durchschnittliche Punktzahl ist deutlich gestiegen. 14 der 18 getesteten Unternehmen erreichen fünf von zehn Punkten.
Gut so, die Richtung stimmt. Es darf nicht sein, dass in Entwicklungs- und Schwellenländern die Ärmsten der Armen - auch Kinder - ohne jede Schutzvorrichtung unsere giftigen Altlasten auseinanderpflücken.
Beim nächsten Guide legen wir die Messlatte höher: Dann gelten erweitere Kriterien für die Verwendung von Chemikalien und den Umgang mit E-Schrott. Außerdem wollen wir in Zukunft auch einen strengen Blick auf den Energieverbrauch der Geräte werfen. Immerhin ist dieser Industriezweig bereits für schätzungsweise zwei Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.
Die Branche muss auf einen ganzheitlichen Ansatz umstellen. Sie muss die Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte übernehmen - von der Herstellung bis zur Entsorgung. Die Devise heißt: nachhaltig, umwelt- und menschenfreundlich. Es ist immer noch viel zu tun.

Ärzte halten diese sich ausbreitende Desinfektions-Manie im Haushalt, in der Körperpflege und der Kleidung nicht nur für überflüssig, sondern sogar für schädlich. Ein Bestseller unter den Bakterienkillern ist die Chemikalie Triclosan. Sie wird zunehmend zur Gefahr für Mensch und Umwelt: Triclosan schädigt die Hautflora und reichert sich sogar in der Muttermilch an.
Über Abwässer gelangt Triclosan tonnenweise in die Umwelt, schädigt Wasserorganismen und reichert sich in Fischen an. Selbst die Dioxinbelastung der Umwelt scheint es zu erhöhen.
Und da Pilze und Bakterien Resistenzen gegen solche Bakterienkiller entwickeln können, drohen wichtige Desinfektionsmittel in Krankenhäusern und Arztpraxen wirkungslos zu werden.
Triclosan ist ein chemisches Desinfektions- und Konservierungsmittel. Es soll das Bakterienwachstum hemmen und die Haltbarkeit bestimmter Produkte verlängern.
In Sport- und Funktionstextilien, Schuhen, Teppichen u.ä. wird Triclosan immer häufiger verwendet, um unangenehme Gerüche zu unterbinden. Auch in Zahncremes, Reinigern, Haushaltsschwämmen oder Plastik-Geschirr wird es häufig als antibakterieller Zusatz eingesetzt. Es findet sich zudem oft in Kosmetika, Shampoos, Seifen, Deodorants oder Lotionen. In Krankenhäusern und Arztpraxen werden triclosanhaltige Lösungen zur Desinfektion verwendet.
Der Deutsch-Schweizer Chemieriese Ciba Spezialitätenchemie ist Hauptproduzent von Triclosan, einem chlorierten phenolischen Biozid mit dem Namen 5-Chlor-2-(2,4-dichlorphenoxy)-phenol. Es wird unter Namen wie Irgasan DP 300 und Irgacare MP vermarktet. Mit Triclosan behandelte Textilien und Kunststoffe können häufig an Namen wie Ultra-Fresh, Amicor, Microban, Monolith, Bactonix oder Sanitized erkannt werden.
In Kosmetika ist Triclosan in der Regel auf der Liste der Zusatzstoffe zu finden. Auch Produkte mit Hinweisen wie antibakteriell können den Stoff enthalten.
Triclosan greift die natürliche Mikroflora der Haut an. Der Hersteller Ciba gibt an, dass Triclosan Haut und Augen reizt. Im Tierversuch wurden Schäden der Leber und der Nieren beobachtet. Die Chemikalie wurde als Kontaktallergen eingestuft und steht unter dem Verdacht, das Erbgut zu verändern. Weitere schädliche Wirkungen sind durch die Dioxinverunreinigungen des Produkts zu erwarten.
Triclosan wird zudem durch die Haut und die Schleimhäute aufgenommen und kann sich im Fettgewebe des Körpers anreichern. Nach Angaben von Ciba werden 10-25 Prozent der etwa durch Kosmetika auf die Haut aufgetragenen Triclosan-Menge vom Körper aufgenommen. Es wurde wiederholt sogar in Muttermilch nachgewieseni.
Triclosan kann von der Produktion her mit chlorierten Dioxinen und Furanen verunreinigt seinii, die zu den stärksten bekannten Schadstoffen für Mensch und Umwelt gehören.
Damit nicht genug: Triclosan das in kommerziellen Textilien enthalten ist, kann sich unter dem Einfluss von Sonnenlicht teilweise in chlorierte Dioxine umwandeln. Unsere Kleidung kann somit durch Triclosanzusätze wie sie z.B. in Sanitized-Produkten (s.u.) zu finden sind, zu einer kleinen Dioxinfabrik werden und unseren Körper mit dem Ultragift belasten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Triclosan einer der Verursacher der verbreiteten Dioxinbelastung in der Umwelt ist.
Bei häufiger Anwendung von Desinfektionsmitteln besteht die Gefahr der Bildung resistenter Keime (ähnlich wie bei Antibiotika). Das heißt, im Ernstfall stehen diese Mittel nicht mehr zur Bekämpfung von gefährlichen Mikroorganismen zur Verfügung. Die verbreitete Anwendung von Triclosan hat bereits nachweisbar zur Bildung resistenter Keime geführt. Es wurden so genannte Kreuzresistenzen beobachtet. Keime entwickelten eine Unempfindlichkeit gegen Triclosan und konnten dann auch durch die Behandlung mit einigen Antibiotika nicht mehr bekämpft werden.
Triclosan wird selbst vom Hersteller Ciba als sehr giftig für Wasserorganismen
eingestuft und Ciba warnt, es kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
Die Chemikalie ist ein typischer Vertreter der Dauergifte, die biologisch schwer abbaubar sind und sich in Lebewesen anreichern. Sie wird wegen ihrer verbreiteten Anwendung in zahlreichen Gewässern – auch in Abwässern von Kläranlagen – gefunden. Fische können mit hohen Mengen mit Triclosan belastet sein.
Wegen seiner hohen Giftigkeit für Wasserorganismen und möglicher anhaltender Schäden in Gewässern wurde es in der EU als umweltgefährlich und wassergefährdend eingestuft.
Schweizer Wissenschaftler wiesen nach, dass sich in Kläranlagen aus Triclosan Methyltriclosan bildet, das viel schwerer abbaubar und anreicherungsfähiger als Triclosan ist. In Fischen aus Schweizer Seen wurden bis zu 360 parts per billion an Methyltriclosan gefunden.
Ciba behauptet dennoch, Triclosan sei biologisch abbaubar, würde sich nicht anreichern und hätte keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt.
In einer Studie der University of Minnesota aus dem Jahr 2003 wurde nachgewiesen, dass sich Triclosan beim Abbau in der Umwelt und unter UV-Licht zu chlorierten Dioxinen umwandeln kann. Selbst Triclosan auf Textilien kann zur Dioxinquelle werden (s.o.). Es trägt somit zur verbreiteten Dioxinbelastung der Umwelt bei.
Die Umweltbehörden von Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark haben ihrer Besorgnis über den zunehmenden Einsatz von Triclosan ausgesprochen. Klaus E. Appel vom Berliner Bundesinstitut für Riskiobewertung und –kommunikation BfR will den Stoff auch den Verbrauchern vom Halse halten: Wo direkter Körperkontakt besteht, wollen wir Triclosan in Textilien nicht haben.
Der Rückversicherer Swiss Re hat Hersteller und Handelsketten davor gewarnt, dass durch den Einsatz von Triclosan die Gefahr von Produkthaftungsfällen stiege.
Die Verbraucher- und Umweltschutzpolitik dagegen scheint zu schlafen: In der EU kann Triclosan bisher weitgehend unkontrolliert eingesetzt werden, da es praktisch keine Regulierungen gibt. Die EU-Kommission hat bisher lediglich für Kosmetika eine Höchstmenge von 0,3 Prozent vorgeschrieben.
Einige Handelsketten in Großbritannien wollten dennoch nicht weiter abwarten und haben begonnen, triclosanhaltige Produkte auszulisten. Zu ihnen gehören Marks & Spencer, Asda, B&Q and Sainsburyxi
Karriere macht derzeit eine sehr umstrittene Innovation: die „Anti-Mief“-Ausrüstung von Textilien. Antibakteriell beschichtete Radlerhosen, Oberhemden oder Joggersocken sollen störenden Schweißgeruch bekämpfen. Denn der Gestank entsteht, wenn Hautbakterien den Schweiß abbauen. Das Schweizer Unternehmen Sanitized bietet eine solche Ausrüstung an und hat bereits 1500 Mal seine Lizenz und damit das Logo Sanitized vergeben.
Welche Substanzen sich in Sanitized verbergen, daraus machen die Schweizer ein Geheimnis: Keine Information auf der Homepage oder auf direkte Nachfrage. Aus Marketingleiter Urs Stalder ist nur herauszulocken, dass hundert verschiedene Substanzen die Haut-Mikroben ausschielten und die Inhaltsstoffe werden nicht deklariert, aber wir können das zurückverfolgen.
Greenpeace-Recherchen kamen zum Ergebnis, dass je nach Einsatzzweck die Zusammensetzung des Produktes schwankt. Enthalten sein können u.a. Pestizide wie Permethrin oder Captan, antibakterielle Wirkstoffe wie Triclosan, Organozinnverbindungen und Kathon 893, Geruchshemmer, Duftstoffe oder Lösemittel. Die patentierten Sanitized-Cocktails mischt der Konzern Clariant (Hoechst/ Sandoz) zusammen und verkauft diese weltweit über sein Vertriebsnetz.
Ein Test des Greenpeace Magazins (Heft Mai/Juni 2004) bestätigt die Vermutungen: Bis zu einem halben Gramm Triclosan pro Kilogramm Textil hat das beauftragte Kölner eco-Umweltinstitut nachgewiesen.
Während die Sanitized AG behauptet, dass Sanitized Produkte direkt mit der Faser verbunden werden, ergab ein weiterer Greenpeace Magazin-Test, dass Schweiß das Biozid schon nach einer Stunde aus der Faser löst. Das heißt: Triclosan landet auf der Haut. Dort stört es das natürliche Gleichgewicht, indem es auch nützliche Keime tötet, so Prof. Dr. Uwe Wollina, Chefarzt der Hautklinik Dresden. Dadurch werde der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen.
Sanitized kann auch in Produkten wie Polstermöbeln, Bodenbelägen, Matratzen, Zahnbürsten, Staubsaugern, Kühlschränken, Leder, Auto-Ausstattungen oder Campingartikeln enthalten sein.
Mit dem Verkauf von Sanitized-Produkten werben Unternehmen wie Tchibo, DuPont (Lycra), HIS-Socken, Felizia-Strümpfe/ Dessous, Rogo-Strümpfe, Best-Handschuhe oder Nolan-Motorradhelme.
Auch andere antimikrobielle Ausstattungen wie Amicor, Microban, Monolith, Silfresch, Tinosan, Ultra-Fresh können Triclosan oder andere kritische Chemikalien enthalten.
In Produkttests von Greenpeace Österreich im Jahr 2003 wurde Triclosan in Zahnpasta nachgewiesen. Es wird von einigen Zahnpasta-Herstellern eingesetzt, um damit Mundgeruch und Zahnbeläge (Plaque) zu bekämpfen. Diese Beläge können jedoch auch durch Zahnpasten ohne Triclosan entfernt werden. Zahnmedizinische Ratgeber raten von der Verwendung von Triclosan in Zahnpasten ab, denn Triclosan kann nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden: Es vernichtet auch die Mikroorganismen, die für eine gesunde Mundflora wichtig sindxiv. Bei Verschlucken kann es sogar die für die Verdauung wichtigen Darmbakterien schädigen und vom Körper aufgenommen werden.
Kaufen Sie keine Textilien oder Haushaltprodukte mit antimikrobieller Ausstattung, wenn dies nicht ausdrücklich von Ihrem Arzt empfohlen wird.
Setzen Sie sich für eine gründliche Reform des EU-Chemikalienrechtes ein
Machen Sie mit beim Greenpeace-EinkaufsNetz!
Haben auch Sie genug von Giften in Textilien, Kosmetika oder Kinderspielzeug, pestizidbelastetem Essen, Gentechnik und Massentierhaltung? Konzerninteressen gehen oft vor Verbraucherinteressen. Das Greenpeace-EinkaufsNetz setzt sich für gesunde Lebensmittel und Produkte ein. Konsumenten haben Macht. Nutzen Sie diese gemeinsam mit vielen anderen und machen Sie mit: bei kreativen Aktionen und Kampagnen, als Cyberaktivist im Internet und als Mitmacher per Post, Telefon oder direkt im Supermarkt. Dazu gibt es noch jede Menge nützlicher Infos. Sie können sich noch heute anmelden unter www.einkaufsnetz.org
V.i.S.d.P.: Manfred Krautter
Diesen Text, inklusive Fußnoten, finden Sie als Pdf-Dokument unter der Rubrik: Publikationen zum Thema.

Es gibt zwar Grenzwerte für Babysauger aus Kautschuk und für Lebensmittel, jedoch nicht für Luftballons. Greenpeace fordert deshalb rasche Abhilfe und das Verbot von Nitrosaminen in Luftballons. Bis es dazu kommt, beachten Sie bitte unsere Verbrauchertipps.
Luftballons erwiesen sich beim aktuellen Test des Greenpeace-EinkaufsNetzes als wahre Giftblasen: Bis zu 464 µg (Mikrogramm) Nitrosamine pro Kilogramm fanden die von Greenpeace beauftragten Labors in handelsüblichen Luftballons. Zwar gibt es keine verbindlichen Grenzwerte, doch das Bundesinstitut für Risikobewertung und -kommunikation (BfR) empfiehlt 10 µg/kg. 17 der getesteten 21 Ballons (81 Prozent), überschritten diesen Wert um das bis zu 46-Fache. Vier Ballons (19 Prozent) enthielten Nitrosamine im Bereich des Grenzwertes. Rückstandsfrei war kein Ballon. Hinzu kamen hohe Rückstände nitrosierbarer Verbindungen, die sich im Körper in Nitrosamine umwandeln können. Die für diese Stoffe geltende Grenzwertempfehlung von 5 Mikrogramm pro Kubikdezimeter (µg/dm2) überschritten 3 Ballons.
Nitrosamine gehören ohne Zweifel zu den stärksten Krebs erzeugenden Stoffen, denen der Mensch ausgesetzt sein kann
, so lautet das Urteil der Toxikologen im Standardwerk Lehrbuch der Toxikologie.
Die meisten Nitrosamine nehmen wir vermutlich über belastete Lebensmittel oder Tabakrauch auf. Beim Kontakt mit bestimmten hoch belasteten Produkten wie Luftballons kann jedoch diese schon zu hohe Normalbelastung noch einmal leicht verdoppelt werden. Ein unnötiges zusätzliches Gesundheitsrisiko!
Die Krebs erregende Wirkung von Nitrosaminen beim Menschen ist eindeutig erwiesen. Besonders gefährdete Organe sind Leber, Speiseröhre, Magen, Nieren und Harnblase. Hinzu kommt die Erbgut schädigende (mutagene) Wirkung der zahlreichen Nitrosamine. Alle bislang untersuchten Verbindungen können bereits in geringen Konzentrationen Tumore auslösen. Greenpeace fordert daher, dass Lebensmittel und Konsumprodukte möglichst vollkommen frei von diesen Giften sein müssen, d.h. sie dürfen nicht mehr nachweisbar sein.
Schon seit den 60er Jahren ist bekannt, dass bei der Vulkanisation von Gummiprodukten giftige Nitrosamine entstehen. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder über hohe Belastungen in Luftballons berichtet. Diese Giftstoffe können beim Aufblasen der Ballons über den Mund leicht aufgenommen und verschluckt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und -kommunikation (BfR) alarmierte im Dezember 2003: Im Extremfall kann über Luftballons ebensoviel N-Nitrosamin aufgenommen werden wie über Lebensmittel.(...) Die nachgewiesenen hohen Gehalte an N-Nitrosaminen hält das BfR aber für vermeidbar, die daraus resultierende Belastung für nicht akzeptabel.
Vor allem Kinder sind von der Belastung betroffen. Sie blasen besonders oft Ballons auf. Kleinkinder lecken oder nuckeln gar an den Ballons. Dabei reagieren Kinder noch empfindlicher auf diese Schadstoffe als Erwachsene. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV) und das BfR gehen davon aus, dass Gesundheitsschäden durch die Ballons gerade bei Kindern nicht auszuschließen sind.
Das Nitrosaminproblem hat sich in den letzten Jahren verschärft: Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart zeigten, dass die Belastungen getesteter Luftballons zwischen 2001 und 2003 angestiegen sind.
Wiederholt haben Verbraucherschützer und Behörden Grenzwerte für Ballons und andere Produkte gefordert, die Belastungen hervorrufen können. So etwa das Land Baden Württemberg im Jahr 2001 und 2003, das BGVV im Jahr 2002 und das BfR im Jahr 2003. Das zuständige Verbraucherministerium (BMVEL) erklärte nach Anfrage von Greenpeace am 16.2.2004 seine Absicht, entsprechende Änderungen vornehmen zu wollen. Termine für deren Umsetzung oder Grenzwerte oder wurden allerdings nicht genannt. Für Spielzeug wurde keine Regelung angekündigt.
Grenzwerte gibt es bisher lediglich für Baby-Sauger und Nuckel, die wie Luftballons aus Kautschuk hergestellt werden. Nach der Bedarfsgegenständeverordnung dürfen solche Gummisauger in einem speziellen Test mit einer speichelartigen Lösung nicht mehr als 10µg auslösbarer Nitrosamine enthalten. Das BGVV forderte schon im Jahr 2002 für Luftballons nach einem ähnlichen Test einen Grenzwert von 10 µg/kg für Nitrosamine bzw. 5 µg/dm2 für nitrosierbare Stoffe. Einen Grenzwert hat die Bundesregierung jedoch bis heute nicht erlassen.
Greenpeace ließ in zwei anerkannten Speziallabors 21 Luftballons aus deutschen Drogerien, Spielwarenhandlungen, Kaufhäusern und von McDonald's auf Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe untersuchen. Die Labors haben dabei das vom BfR empfohlenen Testverfahren angewandt und deren Grenzwertempfehlungen herangezogen. In der hier beigefügten Test-Tabelle werden für jedes Produkt die Mittelwerte zwischen den beiden Labormessungen angegeben.
Nach Schätzungen von Greenpeace stammt die Hälfte der in Europa verkauften Luftballons aus europäischer Herstellung, die anderen Hälfte wird aus Asien (China, Indonesien, Thailand, Malaysia) und Nord-, Süd- und Mittelamerika (USA, Paraguay und Mexiko) geliefert. In Deutschland gibt es mit der Firma Everts nur einen Produzenten. Ihre Ware trägt in der Regel ein TÜV-Kennzeichen und soll schadstoffkontrolliert sein. Bei unserem Test wies die von Everts in Deutschland produzierte Ware vergleichsweise geringe Rückstände auf; nicht jedoch die von Everts offenbar in Malaysia produzierte und bei uns unter dem gleichen Namen verkaufte Ware. Die anderen von Greenpeace gekauften Ballons stammten laut Packung aus ganz verschiedenen Produktionsländern – oft wurde jedoch gar kein Herkunftsland genannt.
Kinder und Erwachsene sollten keine Luftballons mit dem Mund aufpusten. Verwenden Sie nur Ballon-Pumpen.
Für Babys und Kinder unter drei Jahren sind Ballons als Spielzeug nicht geeignet. Sie könnten beim Knuddeln und Lutschen besonders viele Nitrosamine aufnehmen.
Haben Sie Luftballons zu Hause, die bei unserem Test schlecht abschnitten oder bei deren Unbedenklichkeit Sie bezweifeln? Dann schicken Sie diese am besten an Verbraucherministerin Künast und fordern Sie von Ihr, endlich Nitrosamine in Ballons und anderen Spielsachen zu verbieten. Adresse: Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, 11055 Berlin
V.i.S.d.P.: Manfred Krautter
Diesen Text finden Sie als Pdf-Dokument unter der Rubrik: Publikationen zum Thema.