Auf dieser Seite haben wir für Sie die letzten Presseerklärungen zum Thema Atomkraft zusammengestellt.

Hunderttausende Menschen leiden unter den Folgen der Katastrophe von Fukushima. Einem weiteren nuklearen Risiko darf die japanische Bevölkerung nicht ausgesetzt werden
, sagt Junichi Sato, Geschäftsführer des japanischen Greenpeace-Büros.
Greenpeace fordert die Regierung auf, in Zukunft auf Erneuerbare Energien zu setzen. Auch ohne ein einziges AKW ist die Stromversorgung gesichert. Die Spitzennachfrage im Sommer 2012 kann durch Energieeffizienz, gute Netzauslastung und Stromspeichertechniken aufgefangen werden
, so Hisayo Takada, Energieexpertin bei Greenpeace.

Dass Japan keine Atomkraft braucht, hat ein Report gezeigt, den Greenpeace im September 2011 veröffentlichte: das Energy [R]Evolution Scenario. Die japanischen Bürger müssen demnach nicht fürchten, dass Kohlestrom nun den Atomstrom ersetzen müsse. Japan kann auch seine Klimaziele bis 2020 erreichen: durch den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und intelligente Netze.
Japans Atomkraftwerke und seine Institutionen würden kein weiteres schweres Erdbeben verkraften. Genau das aber ist nach Expertenmeinung innerhalb der nächsten Jahre zu erwarten
, so Takada. Eine weitere Kernschmelze würde der japanischen Wirtschaft das Rückgrat brechen, ganz zu schweigen von dem menschlichen Leid. Warum also ein solches Risiko eingehen, wenn es eine sichere Alternative gibt?

Zeitgleich hat Greenpeace heute eine Studie des britischen Experten John Large veröffentlicht. Sie analysiert das Risiko eines gezielten Flugzeugabsturzes für französische Atomanlagen. In den AKW-Stresstests der Regierung Sarkozy werden solche Szenarien bewusst ignoriert.
Aus der Studie geht hervor, dass neben Bugey sieben weitere Kernkraftwerke besonders verwundbar sind: die AKW Fessenheim, Gravelines, Dampierre, Blayais, Chinon, Saint-Laurent und Cruas. In allen diesen Anlagen sei die Betonhülle der Reaktoren zu schwach.
Dass die Sicherheitshürden französischer Kernkraftwerke durchaus überwindbar sind, bewiesen im Dezember 2011 andere Greenpeace-Aktivisten: Sie stiegen dem AKW Nogent, 95 Kilometer südöstlich von Paris, aufs Dach.

Das Projekt könnte erheblich teurer werden, weil sich Genehmigungsprobleme und erhöhte Sicherheitsanforderungen nach der Atomkatastrophe in Fukushima abzeichnen. Zudem ist die Atommüllentsorgung ungeklärt – zusammen mit dem am Ende fälligen Rückbau des Reaktors könnte diese bis zu 18,7 Milliarden Euro kosten. Eon hat sich verkalkuliert und droht Milliarden in den Sand zu setzen – die für die Energiewende dringend erforderlich wären
, sagt Tobias Riedl, Atomexperte bei Greenpeace.

Laut offizieller Planung soll das Atomkraftwerk bereits im Jahr 2020 ans Netz gehen. Der Zeitplan ist reines Wunschdenken, in Wahrheit sind die Genehmigungsrisiken so groß, dass es zu erheblichen Verzögerungen und zu einer Kostenexplosion kommen wird. E.on sollte aus diesem atomaren Irrsinnsprojekt sofort aussteigen
, sagt Riedl.
Aufgrund des Atomunfalls in Fukushima werden derzeit in Finnland neue Sicherheitsanforderungen für den Neubau von Atomkraftwerken erarbeitet. Damit das Pyhäjoki-Projekt diese verschärften Vorschriften erfüllen kann, müssen vermutlich neue Sicherheitsnachweise erbracht und die Auslegung des Reaktors geändert werden – mit erheblichen Konsequenzen für Kosten und Zeitplan des Projektes, so die Studie von Intac/Cervus Consulting.

Zudem ist der geplante Reaktor ein Prototyp - kein vergleichbarer Meiler wurde bislang mit einer solch hohen Leistung ausgestattet. Damit steigen die Sicherheitsanforderungen zusätzlich, was zu Komplikationen bei der Genehmigung des Reaktors führen kann. Dies erlebt Finnland gerade beim Bau eines Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) im finnischen Olkiluoto. Dort haben sich die Kosten bereits auf über sechs Milliarden Euro verdoppelt. Statt wie geplant im Jahr 2009 soll der Reaktor frühestens 2014 ans Netz gehen.

Für den Atommüll des geplanten AKW in Pyhäjoki gibt es bislang keine Entsorgungsoption. Wahrscheinlich muss dafür ein eigenes Endlager gefunden werden - dann könnten weitere Kosten in Höhe von bis zu 18,7 Milliarden Euro entstehen, errechnet das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) in der zweiten Studie.
Das Atomkraftwerksprojekt in Pyhäjoki wird von dem internationalen Konsortium Fennovoima betrieben. E.on ist mit einem Anteil von 34 Prozent der größte Anteilseigner, weitere 68 finnische Firmen sind daran beteiligt. Areva hat ein Angebot für einen EPR mit einer Leistung von 1700 Megawatt vorgelegt, Toshiba-Westinghouse ein Angebot für einen Fortgeschrittenen Siedewasserreaktor (ABWR) mit 1600 Megawatt. Das Projekt ist bereits jetzt um ein Jahr verzögert.