
Hochradioaktiven Atommüll in eine Halle zu transportieren, die einem Terrorangriff nicht standhält, ist unverantwortlich
, sagt Tobias Riedl, Atomexperte bei Greenpeace. 44 Mal Fukushima rollt nun nach Gorleben. Ein unkalkulierbares Risiko für die Bevölkerung.
Das niedersächsische Umweltministerium hat vor sechs Tagen in einem Schreiben an Greenpeace bestätigt, dass das Zwischenlager Gorleben unzureichend gegen Terrorangriffe gesichert ist. Es benötige dringend bauliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz. Diese wurden bislang noch nicht umgesetzt. Ein Anschlag auf das Lager könnte nach Aussage des Umweltministeriums große Mengen an Radioaktivität freisetzen.
Jeder einzelne Castorbehälter enthält viermal die Radioaktivität, die bislang bei der Reaktorkatastrophe in Fukushima freigesetzt wurde. Bei dem diesjährigen Transport kommt erneut der Castorbehälter HAW 28M zum Einsatz. Trotz massiver Abschirmung entweicht dem Behälter Radioaktivität.
Unsere Messungen zeigen, dass der Castor die Strahlung nur unzureichend abschirmt. Das muss jedem klar sein
, so Riedl. Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und der Demonstranten ist hoch. Trotzdem wird nicht dafür gesorgt, dass Atommüllbehälter weniger Strahlung abgeben. Der offizielle Grenzwert für Atommüllbehälter wird in einem Abstand von zwei Metern angegeben. Da Greenpeace nur in einem Abstand von 14 Metern messen durfte, sind die Werte nur indirekt vergleichbar.