
Der 11. März 2011 bedeutete einen schweren Einschnitt auch für das erdbebengewohnte Japan: Eine verheerende Kettenreaktion aus Erdbeben, Tsunami und nuklearer Katastrophe verwüstete ganze Regionen an der ostjapanischen Küste. Tausende verloren ihr Leben, ihre Familie, Zehntausende ihr Heim und ihre Lebensgrundlagen. Die Atomkraft, bis dahin von einem großen Teil der Bevölkerung akzeptiert, verliert seitdem zunehmend an Befürwortern.
Der wachsende Protest hat offenbar auch die Regierung erreicht. Bis zum Tag der Katastrophe wollte Japan den Anteil der Kernkraft an der Stromerzeugung von derzeit rund 30 Prozent auf über 50 Prozent erhöhen. Schon in den vergangenen Wochen sprach Ministerpäsident Kan stattdessen über eine Verringerung des Anteils. Jetzt hat er die überfällige Wende eingeleitet. Sein Land werde eine zukünftige Gesellschaft ohne Kernkraftwerke schaffen
.

Die japanische Regierung zieht die einzig vernünftige Konsequenz aus der Atomkatastrophe
, sagt Andree Böhling. Fukushima markiere den Anfang vom globalen Ausstieg aus der Atomkraft. Kans Ankündigung sei auch das Startsignal für eine globale Energiewende.