Ein Artikel von Anja Franzenburg

LKW wird zum Bremsklotz für Castoren

Seit mehr als elf Stunden sorgt ein vermeintlicher Biertransporter dafür, das die Castoren den Verladebahnhof in Dannenberg nicht verlassen können. Greenpeace-Aktivisten haben am Montagabend gegen 18.40 Uhr einen LKW vor der Ausfahrt des Verladekrans in Dannenberg auf der Straße fixiert. Noch befinden sich zwei Aktivisten in dem Container, der auf die Transportstrecke abgesenkt und mit Stahlröhren an der Straße befestigt wurde. Die Polizei hat massive Probleme, die in Beton eingegossenen Aktivisten frei zu bekommen und den LKW zu entfernen.

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Zusätzlich haben sich Greenpeace-Kletterer von einem Baum in Langendorf an der geplanten Castor-Strecke abgeseilt. Auch diese Aktivisten protestieren gegen die falsche Energiepolitik der Bundesregierung. Greenpeace fordert, die Castorbehälter statt nach Gorleben gemäß dem Verursacherprinzip zu den Atomkraftwerken zu bringen, in denen der Atommüll produziert wurde.

Bundeskanzlerin Merkel und Umweltminister Röttgen befinden sich mit ihrer konzernfreundlichen Atompolitik auf einem aggressiven Kollisionskurs mit der Bevölkerung, sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. Ob Laufzeitverlängerung oder Gorleben, Merkel und Röttgen machen Politik mit dem Vorschlaghammer. Dabei bleiben Sinnhaftigkeit und Sicherheit auf der Strecke. Es ist offensichtlich, dass der schwarz-gelben Bundesregierung die Profite der Atomkonzerne wichtiger sind, als die Interessen und Bedürfnisse der Menschen.

Die massiven Proteste im Wendland machen nur zu deutlich, dass die Menschen mit der Atompolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind. Neueste Meinungsumfragen bestätigen dieses Bild. Demnach ist die Mehrheit der Bevölkerung mit den Entscheidungen der schwarz-gelben Bundesregierung in Atomfragen nicht zufrieden.

72 Prozent der Menschen lehnen längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ab, auch 56 Prozent der CDU-Anhänger sind dagegen. Zudem sind 65 Prozent gegen die Errichtung eines Endlagers für Atommüll in Gorleben und 80 Prozent haben Verständnis für Proteste gegen den Atommülltransport aus La Hague nach Gorleben.

Alle Umfragewerte stammen aus aktuellen repräsentativen Umfragen, die TNS-Emnid im Oktober im Auftrag von Greenpeace durchgeführt hat.

Herzerfrischend anders - Anti-Castor-Protest am 9.11.2010

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Der Atomausstieg ist beschlossen und die Energiewende in Deutschland eingeleitet. Die Konzerne stehen nun in der Verantwortung für den ordnungsgemäßen Rückbau ihrer Atomkraftwerke und für die Entsorgung des von ihnen verursachten Atommülls.
Die Schweizer Kernkraftwerke, insbesondere die Anlagen in Mühleberg und Beznau, gehören europaweit zu den ältesten Anlagen, ja sogar weltweit. Die Reaktoren weisen fortgeschrittene Alterungsprozesse aus, welche die ursprünglich bestehende Sicherheit stetig reduzieren.

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