
Vier Jahrzehnte lang verteilte sich radioaktiver Fallout weit über die Region hinaus. Kontaminiert wurden etwa die Stadt UST-Kamenogorsk 450 Kilometer östlich oder die Altai-Region etwa 300 Kilometer nordöstlich in Russland. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass der Fallout aus Semipalatinsk mehrere hunderttausend Menschen radioaktiv belastet hat.
Nach Untersuchungen von Prof. Dr. Saim Balmuchanov sind die Folgen für die Menschen der Region verheerend: Die Sterblichkeitsrate liegt fast zweieinhalb Mal so hoch wie in nicht verseuchten Gebieten, 80 bis 90 Prozent der Kinder und Frauen leiden an Blutarmut, 60 bis 70 Prozent an Störungen der Schilddrüse. Etwa die Hälfte der betroffenen Bevölkerung weist Fehlfunktionen am Bewegungsapparat auf.
Am 29. August 1991 wurde das Testgebiet Semipalatinsk geschlossen. Mit den Folgen werden aber Generationen von Kasachen noch leben müssen: Sie atmen weiterhin radioaktive Partikel ein oder nehmen sie über Lebensmittel auf - etwa über die Milch ihrer Kühe, die auf belasteten Weiden grasen.
Die Fotos entstanden im April 1999 in der Region Ostkasachstan.