Ein Artikel von greenpeace.de
Greenpeace-Kletterer protestieren an der Strecke nach Lubmin

Atomkraft ist ein Irrweg

Stopp Castor nach Lubmin steht auf dem Transparent, das Greenpeace-Kletterer am Donnerstag an einer Brücke über den Gleisen nach Lubmin befestigt haben. Greenpeace fordert, den atomaren Abfall nach dem Verursacherprinzip in Baden-Württemberg zwischenzulagern, da er vorwiegend dort produziert wurde.

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Am Dienstagabend startete der Transport im südfranzösischen Cadarache. Am frühen Mittwochnachmittag passierte der er die deutsch-französische Grenze. Die Castor-Behälter enthalten auch atomwaffenfähiges Plutonium, das ursprünglich aus dem Atomforschungszentrum Karlsruhe und dem Ende der 70er Jahre ausgemusterten deutschen Atomfrachter Otto Hahn stammt.

Atommüll aus Baden-Württemberg hat in Lubmin nichts zu suchen, sagt Tobias Münchmeyer, Atomexperte von Greenpeace vor Ort. Ministerpräsident Stefan Mappus muss endlich Verantwortung zeigen und seinen Müll im eigenen Lande lagern. Der absaufende Salzstock Asse ist schon voll mit baden-württembergischen Müll. Soll das in Lubmin jetzt auch passieren?

Zurück zum Verursacher

Das Zwischenlager Nord in Lubmin wurde ursprünglich ausschließlich für die Lagerung von Abfällen aus dem Rückbau der ostdeutschen Atomkraftwerke Greifswald und Rheinsberg sowie dem dort angefallenen Atommüll eingerichtet. Mit dem aktuellen Castor-Transport wird erstmals hochradioaktiver Müll aus Westdeutschland nach Lubmin geliefert.

Schluss mit dem Atom-Irrsinn!

Die Bundesländer Hessen und Niedersachsen hatten sich nach dem jüngsten Castor-Transport nach Gorleben offen gezeigt für eine Diskussion umd die Rücknahme ihres Atommülls. Nicht so in Baden-Württemberg: Hier lehnt die Landesregierung sowohl die Zwischenlagerung des dort produzierten Atommülls als auch eine ergebnisoffene Endlagersuche in ihrem Bundesland ab.

Die Frage der Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll ist weltweit ungelöst. Dennoch hat die Bundesregierung eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken beschlossen. Dadurch wird sich die Atommüll-Menge in Deutschland nach Greenpeace-Berechnungen verdreifachen. Der für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll von der Bundesregierung favorisierte Salzstock in Gorleben birgt zahlreiche geologische Risiken und ist damit ungeeignet.

Münchmeyer: Obwohl niemand weiß, wie der heute schon vorhandene Atommüll sicher gelagert werden kann, fährt die Bundesregierung weiterhin einen Pro-Atom-Kurs. Dieser Atom-Irrsinn muss beendet werden.

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Aktuelle Publikationen zum Thema

Atomexperte von Greenpeace Mathias Edler gibt eine Stellungnahme zum Atom-Standortauswahlgesetz ab. Das Ziel ist die Erarbeitung eines breit in der Gesellschaft verankerten, tragfähigen Konsenses über ein zukünftiges Endlagersuchverfahren.
Greenpeace hat gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ‚Ausgestrahlt‘ und der 'Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg‘ die Teilnahme an der Anhörung der Atommüllkommission am 3. November 2014 in einem Brief abgesagt.

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