Ein Artikel von Jan Haase

Anti-Atom-Protest in Bielefeld

Die Risiken der Atomkraft kann man nicht sehen – den Protest dagegen umso mehr. Das bewiesen am Samstag mehr als 50 Greenpeace-Aktivisten in der Bielefelder Innenstadt. In Sekunden verwandelten sie ein dreißig Quadratmeter großes Atomzeichen in ein Windrad. Wie das gelang: Über ihren Köpfen hielten die Aktivisten ein halbes hundert doppelseitig bedruckte Schilder In einer ausgeklügelten Choreographie wurden die Schilder angeordnet und bewegt. Die Botschaft an die Passanten war eindeutig: Atomkraft abschalten und mit dem Einstieg in das Zeitalter der Erneuerbaren beginnen.

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Mit ihrem Zeichen für die Energiewende waren die Ostwestfalen längst nicht allein. In vielen deutschen Städten fanden heute Mitmachaktionen statt. Greenpeace sammelte Unterschriften für einen schnellen Ausstieg aus Atomkraft und Kohle und stellte für jede Stimme ein Papier-Windrad auf. Wem dies nicht genügt, kann auch selbst zum Energiebotschafter werden und im Freundeskreis Unterschriften sammeln.

Der Atomausstieg bis 2015 und die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien ist machbar, wie aktuelle Berechnungen im Energiekonzept „Der Plan“ von Greenpeace zeigen. Zudem ergeben sich für Deutschland wirtschaftliche Chancen, wenn die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt beweist, dass eine Industrienation ohne Atomkraft und mit immer weniger fossilen Brennstoffen auskommt.

"Jetzt ist die historische Chance da, das Energiesystem in Deutschland komplett umzukrempeln - weg von Atom und Kohle, hin zu den Erneuerbaren Energien. Die Energiewende kann sogar ein neues Wirtschaftswunder in Deutschland in Gang setzen", sagte Jan Spatzl, Energieansprechpartner von Greenpeace Bielefeld. "Wir möchten heute allen Bürgern, die für eine Energiewende sind, eine Plattform bieten."

Aktuelle Publikationen zum Thema

Die Atomkraft ist eine gefährliche Risikotechnologie. In Deutschland sollen zwar bis 2022 alle Atommeiler abgeschaltet werden. Doch die Probleme sind auch danach nicht gelöst: Die Reaktoren müssen abgebaut, der strahlende Müll muss sicher gelagert werden. Und andere Länder machen wider besseren Wissens weiter.
Institutionen wie IAEO und WHO spielen die massiven gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl herunter. Greenpeace beauftragte Wissenschaftler, vorhandene Studien zu sichten und ihre Ergebnisse zusammenzustellen. Das Ergebnis erschien 2006.

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