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Südkorea verwirft Walfangpläne

Jetzt ist es offiziell: Südkorea hat seine Pläne aufgegeben, Wale unter dem Deckmantel des "wissenschaftlichen Walfangs" zu jagen. Ein großer Erfolg für die Wale und den Walschutz.

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Im Juli 2012 kündigte Korea bei der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) an, zu "wissenschaftlichen Zwecken" Wale jagen zu wollen. Die Walfangnationen Island, Norwegen und Japan unterstützten das Vorhaben. Walschutzorganisationen und Anti-Walfangnationen stellten sich gegen die Pläne, den kommerziellen Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft zu rechtfertigen. Ein Mediensturm tausender kritischer Artikel und Meldungen hagelte auf Korea ein.

Greenpeace setzte daraufhin eine Protest-Mail an den südkoreanischen Premierminister auf. Mehr als 100.000 Menschen beteiligten sich in den folgenden Monaten an dem Greenpeace-Protestaufruf. Die Teilnehmer wollten den Premierminister davon überzeugen, sich gegen den Walfang im Namen der Wissenschaft auszusprechen. Das ist ihnen geglückt!

"Die Stimmen der Menschen aus Südkorea und der ganzen Welt sind von der südkoreanischen Regierung gehört worden", sagt Jeonghee Han, Meeresexperte bei Greenpeace-Ostasien. "Damit setzt die südkoreanische Regierung ein Zeichen, dass der kommerzielle Walfang keinen Platz mehr in unserer Welt hat. Wir fordern Südkorea auf, auch in Zukunft auf Walfang zu verzichten."

Nach den Regeln der IWC hätten die Südkoreaner bis zum 3. Dezember einen formellen Antrag einreichen müssen, um im Jahr 2013 Wale jagen zu können. Die IWC bestätigte gegenüber Greenpeace, dass die südkoreanische Regierung den Antrag nicht vorgelegt hat. Offizielle südkoreanische Stellen bestätigten, dass die Pläne einige Tage zuvor aufgegeben wurden.

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