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Kanada: Eingeschlossene Schwertwale weiter in Gefahr

Die zwölf in der zugefrorenen Hudson Bay vor Kandada eingeschlossenen Schwertwale sind nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Nach Medienberichten soll der Wind gedreht und die Eisdecke rund um die Tiere wieder aufgebrochen haben. Die Orcas, die in den letzten Tagen nur über ein kleines Loch im Eis Luft holen konnten, sind am Donnerstag weitergezogen. Ob sie es bis ins offene Meer schaffen, bleibt fraglich.

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Satellitenbilder zeigen, dass die ganze Hudson Bay weiterhin zugefroren ist, und den Walen damit der Weg in den Nordatlantik versperrt. Die Wale müssten auf einem zum Teil stark vereisten Weg von über 1.000 Kilometer genug Luftlöcher finden um in freie Gewässer zu kommen. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die ganze Strecke immer wieder genug Luftlöcher aufweist und die Tiere genug Nahrung finden.

Die Orcas waren am Dienstag in der Nähe der kanadischen Gemeinde Inukjuak im Norden der Provinz Québec entdeckt worden. Nach Angaben der Einwohner hatten sich die Wale um ein Loch in der Eisdecke gedrängt, das in etwa die Größe eines Lieferwagens hatte.

Bürgermeister Peter Inukpjuk hatte die Behörden aufgefordert, den Walen mit einem Eisbrecher den Weg ins offene Meer zu öffnen. Das zuständige Fischereiministerium hatte sich zurückhaltend gezeigt. Möglicherweise wegen Kosten in Millionenhöhe - wie die kanadische Zeitung "Montréal Gazette" spekulierte. Eine nicht weniger kostspielige Aktion wäre es gewesen, die Wale mithilfe von Hubschraubern ins offene Meer zu befördern. Nun sind die Orcas aus Sichtweite, aber nicht außer Gefahr.

Dass Orcas zu dieser Jahreszeit so weit nördlich angetroffen werden, ist äußerst ungewöhnlich. Im Januar halten sie sich normalerweise in wärmeren Gewässern auf. Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven hatte ein schnelles Eingreifen gefordert: "Es muss alles getan werden, um den Orcas den Weg ins Meer zu ermöglichen und ihr Leben zu retten. Es ist wahrscheinlich, dass die Tiere in der Bucht gelandet sind, weil Klimawandel und das daraus resultierende Rekordeisminimum in der Arktis ihren Orientierungssinn gestört haben."

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