Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

UPDATE 11.7.13: Greenpeace-Aktivistinnen klettern auf höchstes Bürogebäude in London

(UPDATE, 20:20 Uhr) Nach fünfzehn Stunden haben sechs Greenpeace-Klettererinnen am Donnerstagabend die Spitze von "The Shard" erreicht und dort ein Zeichen für den Schutz der Arktis gesetzt. Das Hochhaus ist mit 310 Metern das höchste Gebäude in Westeuropa. An der Spitze angekommen, hissten zwei der Aktivisten eine etwa zehn Quadratmeter große Flagge mit der Aufschrift "Save The Arctic".

  • /

Die sechs Aktivistinnen waren seit den frühen Morgenstunden an der Fassade des Gebäudes emporgeklettert. Als sie die Spitze von "The Shard" (der Splitter) um 19 Uhr Ortszeit erreichten, brach spontaner Beifall unter den Zuschauern aus, die sich am Fuße des Gebäudes versammelt hatten. Die geplante Arktis-Kunstinstallation an der Spitze des Turms konnten die Aktivistinnen aufgrund von Sicherheitsbedenken wegen der einbrechenden Dunkelheit leider nicht mehr anbringen.

"The Shard" befindet sich in direkter Sichtweite zu drei Londoner Büros des Ölkonzerns Shell - unter ihnen auch die Shell-Zentrale an der Themse. "The Shard", von dem Architekten Renzo Piano entworfen, ist einem Eissplitter nachempfunden und bildet somit den idealen Hintergrund für die Aktion.

Die Aktivistinnen protestieren mit der Aktion für den Schutz der Arktis und gegen das Arktis-Programm von Shell. Shell hat mehrere Milliarden Dollar in Arktis-Bohrprojekte vor der Küste Alaskas und Russland investiert. Die Greenpeace-Petition gegen Ölbohrungen in der Arktis auf www.savethearctic.org haben weltweit über drei Millionen Menschen unterzeichnet.

Die Aktivistinnen sind mit Helm-Kameras ausgerüstet, ihr Aufstieg wurde in einem Livestream übertragen, den mehrere zehntausend Zuschauer verfolgten. Wäre es ihnen gelungen, das Arktis-Kunstwerk an dem Gebäude anzubringen, hätten sie den Weltrekord für die höchste Kunst-Installation an Gebäuden gebrochen. Rekordhalter ist Philippe Petit, der 1974 ein zwischen die zwei Türme des World Trade Center gespanntes Seil überquerte.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Report: Seismische Untersuchungen bedrohen Wale

Der Lärm seismischer Untersuchungen bei der Suche nach Öl wirkt sich negativ auf Meereslebewesen aus – so das Ergebnis eines neuen Berichts der Marine Conservation Research.

Zur Kampagne

Arktis-Pläne einfrieren!

Shell ist zurück in der Arktis. Vor der Küste Alaskas sucht der Konzern nach Öl – trotz hoher Risiken und internationaler Proteste.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Aufräumen am Ende der Welt

Plastikmüll an Stränden ist leider nichts Neues. Aber in der Arktis? Greenpeace barg an der Küste Spitzbergens bergeweise Kunststoff – Folgen einer ausufernden Fischereiindustrie.

12 Freunde

Die Kiezkicker vom FC St. Pauli unterstützen die Greenpeace-Kampagne zum Arktisschutz – und unterzeichneten als erster deutscher Profisportverein die Arctic Declaration.

Überraschender Besuch

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise trägt den Protest gegen die Ölbohrungen des Konzerns OMV in die Barentssee. Vor dessen Ölplattform flattern nun Banner: „Raus aus der Arktis!“