Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Hamburger Shell-Zentrale

Paula bricht das Eis

Vor der deutschen Shell-Zentrale informieren Greenpeace-Aktivisten die Belegschaft heute über die gefährlichen Arktis-Ölbohrungen des Konzerns. Mit dabei: Greenpeace-Eisbärin Paula.

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Vielleicht liegt es am trüben Hamburger Wetter, dass die Belegschaft von Shell an diesem Morgen ziemlich muffelig auf die 20 Greenpeace-Aktivisten reagiert, die sich zum Protest vor der Deutschland-Zentrale ihres Arbeitgebers versammelt haben. Vielleicht liegt es aber auch an dem mitgebrachten Plakat, das den Chef von Shell Deutschland als Putzmann in der Arktis zeigt – ein Motiv, das seit Anfang dieser Woche auch an U-Bahnhaltestellen hängt. Die Stimmung bei der Shell-Belegschaft ist angespannt.

Seit halb acht Uhr früh stehen die Greenpeace-Aktivisten vor der Konzernzentrale und informieren die Mitarbeiter über die gefährlichen Ölbohrungen ihres Arbeitgebers in der Arktis. Die Flugblätter mit Infos dazu nehmen die Shell-Mitarbeiter nur verhalten an. Lieber schnell weitergehen.

Doch dann trifft Greenpeace-Eisbärin Paula vor Ort ein, und damit ändert sich alles. Auf einmal ist das Interesse groß. Einige Mitarbeiter und sogar die von Shell extra bestellten Security-Leute machen Selfies mit Paula; auch die Flugblätter werden jetzt interessiert entgegengenommen.

Eisbärin Paula – mit Charme für die Arktis

Einmal mehr hat es Paula geschafft, Ablehnung aufzuweichen, Herzen zu gewinnen – und so den Greenpeace-Forderungen nach einem Schutzgebiet in der Arktis und dem Stopp der Ölbohrungen dort Gehör zu verschaffen. Die Bärin bricht das Eis.  

Vor Ort ist auch Lisa Maria Otte, Greenpeace-Expertin für die Arktis. „Die Shell-Mitarbeiter hatten sich offensichtlich vorgenommen, uns zu ignorieren“, sagt sie. „Aber ein Lächeln können sie sich nicht verkneifen, wenn sie ihren Chef als Putzmann verkleidet auf unseren Plakaten sehen.“ Da raunte einer dem anderen zu: „Wenn du zu laut lachst, wäre das nicht gut für deine Karriere“, und beide grinsten.

„Shell Deutschland sollte sich jetzt von den Arktis-Bohrungen des Mutterkonzerns distanzieren“, sagt Otte. „Klar ist: Wenn Shell in der Arktis eine Ölkatastrophe verursacht, werden die deutschen Kunden nicht mehr bei Shell tanken. Das Thema geht jeden Shell-Mitarbeiter etwas an - auch in Deutschland.“

>>> Fordern auch Sie den deutschen Shell-Chef auf, die riskanten Ölbohrungen in der Arktis zu stoppen – senden Sie ihm hier eine Protestmail.

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