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Greenpeace Web-Demo vor Shell-Tankstelle

Greenpeace-Aktivisten und viele Internetnutzer haben am 14. September vor der Shell-Tankstelle am Hamburger Dammtor-Bahnhof gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert. Auf einer Großleinwand und mehreren Monitoren bringen die Aktivisten Twitter-Meldungen von Verbrauchern direkt und live vor die Tankstelle. Internetnutzer aus der ganzen Welt posten heute bezüglich einer von Greenpeace lancierten Twitter-Demo Kommentare und Nachrichten gegen Shell und sagen: Shell, Finger weg von der Arktis!

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Die Twitter-Meldungen sind in Form einer virtuellen Parade auf der Internetseite http://twitterprotest.savethearctic.org zu lesen. Der Grund für die Aktion ist Shells Bohrstart Anfang der Woche vor der Küste Alaskas. Die Bohrungen von Shell gefährden das einzigartige Ökosystem in der Region, sagt Kai Britt, Ölexperte von Greenpeace. Seit Mitte Juni haben sich weltweit bereits eineinhalb Millionen Menschen auf www.savethearctic.org als Arktisschützer registriert. Zusammen mit den Teilnehmern der Web-Demo und Greenpeace fordern sie, dass sich die Ölindustrie aus der Arktis zurückzieht.

Greenpeace-Aktivisten setzen Kampagne zum Schutz der Arktis fort

In diesen Tagen protestieren Ehrenamtliche von Greenpeace bundesweit vor Shell Tankstellen für den Schutz der Arktis. Das Ökosystem der Arktis ist einzigartig, ein Ölunfall hätte katastrophale Folgen für Flora und Fauna. Experten warnen, dass ein großer Ölunfall in den arktischen Regionen nicht beherrschbar sei.

Niedrige Temperaturen, Eis und lange Dunkelperioden verlangsamen dort den natürlichen Abbauprozess des Öls deutlich. Das Öl würde bei einem Unfall lange Zeit im Ökosystem bleiben. So sind die Folgen des Tankerunglücks der Exxon Valdez vor der Küste von Alaska im Jahr 1989 auch heute noch nachweisbar.

Shell bekommt Probleme nicht in den Griff

Die Ölbohrungen von Shell sind bereits während der Vorbereitungen von massiven Problemen überschattet worden. Der Konzern wollte ursprünglich Anfang Juli mit den Bohrungen beginnen. Doch Eisgang und fehlende Genehmigungen hatten den Start immer wieder verzögert.

Auch in dieser Woche musste der Konzern die Bohrungen wenige Stunden nach Beginn wegen Eisgang wieder stoppen. Shell versucht jetzt die Genehmigungen für die Bohrungen zu verlängern, ungeachtet der immer schwierigeren Wetterbedingungen. Shell setzt alles auf eine Karte und handelt unverantwortlich, so Britt.

Auch in den Niederlanden waren am Freitag Greenpeace-Aktivisten aktiv. Über 60 Greenpeace Aktivisten/innen schlossen am Morgen fast 70 Shell-Tankstellen. Dazu haben sie die Zapfpistolen der einzelnen Zapfsäulen mit Bügelschlössern zusammengeschlossen. Und auch in Prag waren Greenpeacer an einer Shell-Tankstelle aktiv.

Greenpeace fordert ein Verbot der Ölausbeutung in der Arktis und setzt sich für ein Schutzgebiet rund um den Nordpol ein.

Unterstützen Sie die Online-Demo gegen Shell und posten Sie einen Tweet mit den Hashtags #StopShell #savethearctic!

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