Greenpeace-Aktivisten protestieren gegen Ölbohrungen in der Arktis

In über 35 Städten in ganz Deutschland gingen Greenpeace-Aktivisten am letzten Samstag auf die Straße. Sie protestierten gegen die Pläne von Shell, in der Arktis nach Öl zu bohren. In den vergangenen Monaten ist es bereits zu zwei schweren Unfällen mit Bohrschiffen von Shell in der Arktis gekommen. In Hannover wurde die Protestaktion von einem täuschend echt wirkenden Eisbären begleitet.

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Weitere Proteste vor Tankstellen des Ölkonzerns gab es unter anderem in Hamburg, Berlin, Frankfurt/Main, Köln, Dresden, Flensburg oder Leipzig. Die Greenpeacer übergaben den Pächtern einen Brief, in dem sie von der deutschen Shell-Führung fordern, die Arktispläne aufzugeben.

"Das vergangene Jahr hat überdeutlich gezeigt, dass Shell nicht in der Lage ist, die Herausforderungen in dieser unwirtlichen Region zu meistern", so die Greenpeace Ölexpertin Verena Mohaupt. "Der Konzern muss die Konsequenz ziehen und seine Arktispläne endgültig aufgeben."

Die Liste der Unfälle allein der vergangenen Monate ist lang. Sowohl das von Shell eingesetzte Bohrschiff "Noble Discoverer", als auch die Bohrplattform "Kulluk" rissen sich bei schlechtem Wetter los und strandeten an der Küste Alaskas. Zudem schlug ein Testlauf zur Einsatzfähigkeit der Notfallausrüstung fehl, die für einen Ölunfall vorgeschrieben ist.

Im November 2012 überprüfte die US-Küstenwache "Noble Discoverer". Dabei stellte sie so eklatante Mängel fest, dass sie das Schiff für knapp vier Wochen festsetzte. Beide Shell-Schiffe werden derzeit auf Werften in Asien repariert.

Durch die Pannenserie sieht Shell sich gezwungen, die Ölbohrpläne für das laufende Jahr 2013 aufzugeben. Die Pläne des Ölkonzerns wurden zudem durch das US-Innenministerium geprüft. Der Bericht zeigt, dass Shell fahrlässig gehandelt hat.

Weltweit fordern Greenpeace-Aktivisten US-Präsident Obama auf, künftige Ölbohrungen in der Arktis zu verbieten. Wer sich für den Schutz der Arktis engagieren will, kann im Internet eine Petition an US-Präsident Obama unterschreiben.

Shell stellt Arktis in den Fokus

Shell ist einer der ersten großen internationalen Ölkonzerne, der die Ausbeutung der Arktis in seinen Fokus stellt. Vor der Küste Alaskas vermuten Experten circa 20 Milliarden Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter Öl). Insgesamt werden in der Arktis etwa 90 Milliarden Barrel Öl vermutet. Diese Menge reicht gerade aus, um den derzeitigen weltweiten Ölverbrauch für etwa drei Jahre zu decken. Dafür will Shell eines der letzten Naturparadiese dieser Erde opfern.

Seit gut einem Jahr arbeiten Greenpeace-Aktivisten weltweit mit zahlreichen Aktionen gegen die Arktispläne von Shell. Gleichzeitig ruft die Organisation die Menschen weltweit auf, sich für den Arktisschutz und die Forderung nach einem Schutzgebiet in der Arktis einzusetzen. Bis jetzt haben sich knapp drei Millionen Menschen mit ihrer Unterschrift zum Arktisschutz bekannt.

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