Ein Artikel von Benjamin Borgerding

Greenpeace-Aktivisten auf dem Weg zum Nordpol

Greenpeace-Aktivisten sind am Sonntag auf eine Expedition zum Nordpol aufgebrochen. Die sechzehn Frauen und Männer wollen an ihrem Ziel die Namen von rund 2,7 Millionen Menschen, die auf der Seite savethearctic.org eine Petition für den Schutz der Arktis unterzeichnet haben, in einer Kapsel auf den Meeresgrund absenken. Auf ihren Skiern werden sie etwa vierzig Kilometer durch Schnee und Eis zurücklegen.

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Die Arktis muss dringend vor den Interessen der Ölindustrie geschützt werden: Wegen des Klimawandels schmilzt sie von Jahr zu Jahr stärker ab; Ölkonzerne wie Shell wollen den Rückgang des Meereises dazu nutzen, zuvor unerreichbare Ölfelder anzuzapfen. Shell hat in den vergangenen Monaten bereits zwei schwere Unfälle mit Bohrschiffen in der Arktis zu verantworten. „Das vergangene Jahr hat überdeutlich gezeigt, dass Ölkonzerne nicht in der Lage sind, die Herausforderungen in dieser unwirtlichen Region zu meistern“, sagt Feddern. „Deshalb fordern wir ein Schutzgebiet in der hohen Arktis.“

Die Expeditionsteilnehmer haben eine etwa fünftägige Reise auf Skiern vor sich. Dabei kommen große Strapazen auf sie zu: Jeder Teilnehmer muss einen eigenen Schlitten mit Ausrüstung ziehen. Mit dabei hat das Team eine etwa dreißig Zentimeter große Kapsel aus Glas und Titan, in der die mikroskopisch klein eingravierten Namen der Arktisschützer enthalten sind. An der Expedition nehmen auch vier junge Menschen teil, die einen besonderen Bezug zur Arktis haben und sie im Namen der Jugend der Welt schützen wollen – unter ihnen auch der 20-jährige Schauspieler Ezra Miller („Vielleicht lieber morgen“). Mit dabei ist auch Renny Bijoux von der Inselgruppe der Seychellen, die durch den steigenden Meeresspiegel bedroht sind. Über die Expedition berichten wir tagesaktuell in einer Blogreihe.

Der Ölkonzern Shell wittert in der Arktis ein Riesengeschäft: Insgesamt werden hier etwa neunzig Milliarden Barrel Öl (1 Barrel = 159 Liter Öl) vermutet. Diese Menge würde ausreichen, um den derzeitigen weltweiten Ölverbrauch für etwa drei Jahre zu decken. Allein vor der Küste Alaskas vermuten Experten circa zwanzig Milliarden Barrel Öl. Doch Ölbohrungen in der Arktis sind hochriskant, ein Ölunfall wäre unter den hier herrschenden extremen Bedingungen kaum unter Kontrolle zu bringen.

Greenpeace-Aktivisten haben deshalb im vergangenen Jahr mit zahlreichen Aktionen gegen das Arktis-Projekt von Shell protestiert. Bis heute haben sich dem Ruf nach einem internationalen Schutzgebiet in der sogenannten „hohen Arktis“ weltweit knapp drei Millionen Menschen angeschlossen: Unterstützen auch Sie Greenpeace und unterzeichnen Sie die Petition auf savethearctic.org!

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