Protest der Abseil-Aktivisten in Portland von der Polizei beendet

Ende der Hängepartie

40 Stunden in den Seilen: Die Greenpeace-Aktivisten in Portland haben ein deutliches Zeichen gegen Shells Arktispläne gesetzt.

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Der friedliche Protest von 26 Greenpeace-Aktivisten auf und unter der St.-Johns-Brücke ist beendet. Seit Mittwoch hingen 13 von ihnen an Seilen über dem Willamette River in Portland: Für die Fennica, die im Trockendock repariert wurde, der einzige Weg aufs offene Meer – und in die Arktis.

Um 14.30 Uhr Ortszeit  (halb zwölf abends in Deutschland) entfernte die Polizei die Aktivisten auf der Brücke, danach wurden einige der Kletterer in einer langwierigen Aktion in Polizeiboote herabgelassen. Nachdem drei Demonstranten in den Booten waren, startete die Fennica ihre Motoren und passierte unter Buhrufen der am Ufer versammelten Menge durch die entstandene Lücke – ohne Rücksicht auf die noch verbliebenen Aktivisten.

Das Schiff ist nun unterwegs in die Arktis, um sich der Flotte von Shell anzuschließen. Die wird in den kommenden Monaten in der Tschuktschensee nach Ölvorkommen suchen und hat am vergangenen Donnerstag bereits mit ersten vorbereitenden Oberflächenbohrungen begonnen. Ohne die Fennica war es dem Konzern bislang allerdings nicht erlaubt, bis in ölführende Gesteinsschichten zu bohren: Das auf dem Weg in die Arktis leckgeschlagene Schiff ist das einzige mit einer speziellen Notfallausrüstung an Bord.

David gegen Goliath in Portland

Vor der Auflösung des Protests konnten die Greenpeace-Aktivisten am frühen Morgen einen Erfolg feiern. Denn die Fennica steuerte bereits gegen 7 Uhr das offene Meer an, kehrte aber unter großem Jubel der Greenpeace-Aktivisten sowie ihrer Unterstützer am Ufer und im Wasser vorerst wieder ins Dock zurück.

Ganze 40 Stunden hingen die Aktivisten friedlich in den Seilen, um ihrem Protest gegen Shells arktische Ölbohrungen Nachdruck zu verleihen. Der Kampf David gegen Goliath begeisterte die Einwohner Portlands, die sich dem Protest in Kajaks anschlossen oder an Land ihre Unterstützung demonstrierten. Nach Ende der Protestaktion wurden die Aktivisten mit großem Beifall begrüßt. „Die vergangenen beiden Tage waren eine sehr emotionale Erfahrung für uns alle bei Greenpeace“, sagt Annie Leonard, Geschäftsführerin von Greenpeace USA. „Hier, zwischen Kajaktivisten, wehenden Fahnen und dem blauen Himmel haben wir etwas Neues entstehen sehen, ein Zeichen, dass wir es mit einem der mächtigsten Unternehmen der Welt aufnehmen können, wenn wir zusammenarbeiten.“

Wenn Shell in der Arktis nach Öl bohrt, lassen sich Unfälle mit schwerwiegenden Folgen für Tiere und Menschen kaum vermeiden, so Untersuchungen der US-Regierung. Die Bohrerlaubnis erteilte Barack Obama, doch mittlerweile stellen sich auch einige seiner hochrangigen Parteifreunde wie Hillary Clinton und Al Gore gegen die Suche nach Öl in der Arktis – und somit gegen den US-Präsidenten.

>>> Schließen Sie sich dem Protest an und fordern Sie den Geschäftsführer von Shell Deutschland auf, die Arktispläne sofort aufzugeben!

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