Ein Artikel von Danijela Milosevic
Shell setzt Ölbohrungen aus

2013 keine Ölbohrungen in der Arktis

Shell will 2013 nicht in der Arktis nach Öl bohren. Der Ölkonzern kündigte am Mittwoch an, statt der für den Sommer geplanten Ölbohrungen vor der Küste Alaskas eine "Pause" einzulegen, um sich auf Bohrungen "zu einem späteren Zeitpunkt" vorzubereiten.

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Ölbohrungen in der Arktis sind mit unkalkulierbaren Gefahren für Mensch und Natur verbunden. Greenpeace-Aktivisten hatten im letzten Jahr mehrfach gegen die Shell-Bohrungen in der Tschuktschen- und der Beaufortsee protestiert. Auf der Seite savethearctic.org haben über zweieinhalb Millionen Menschen für den Schutz der Arktis unterschrieben und ein Verbot gegen Ölbohrungen in arktischen Gewässern gefordert.

Ursprünglich hatte Shell geplant, bereits 2012 in der Arktis nach Öl zu bohren. Letztlich konnte der Konzern jedoch nur oberflächliche Bohrungen in nicht ölführenden Schichten durchführen, weil die zuständigen US-Behörden aufgrund unzureichender Sicherheitsvorkehrungen notwendige Genehmigungen verweigert hatten. Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven kommentiert die Ankündigung von Shell:

Verschnaufpause für die Arktis

"2013 nicht in der Arktis zu bohren, ist die erste richtige Entscheidung des Shell-Managements seit langem. Jetzt, da Shells Bohreinheiten wegen Schäden zu Reparaturarbeiten in asiatische Werften geschleppt werden müssen, kann Shell auch nicht einfach weiter machen wie bisher. Hoffentlich setzt sich bei den Ölkonzernen die Erkenntnis durch, das hochriskante Ölförderungen in der Arktis keinen Sinn machen."

Immer wieder machte Shells Arktis-Projekt im vergangenen Jahr mit schweren Pannen Schlagzeilen: Bei behördlichen Tests der Notfall-Ausrüstung etwa war eine Schutzkuppel schwer beschädigt worden. Zuletzt war die Bohrinsel "Kulluk" vor Alaska auf Grund gelaufen. Shell ist daher gezwungen, an der "Kulluk" (wie auch an dem Bohrschiff "Noble Discoverer") aufwändige Wartungsarbeiten durchzuführen. Ein erster Erfolg: Derzeit führt die US-Regierung eine erneute Überprüfung von Shells Arktis-Projekt wegen Verstößen gegen Umwelt- und Sicherheitsauflagen durch.

Greenpeace fordert US-Präsident Obama dazu auf, Shell keine Erlaubnis für Öl-Bohrungen in der Arktis zu erteilen. Unterstützen Sie die Greenpeace-Petition an den US-Präsidenten!* Und unterschreiben Sie unsere Petition für den Schutz der Arktis auf savethearctic.org!

 

*Anmerkung der Redaktion: Diese Mitmachaktion wurde erfolgreich beendet. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!