Aktivisten müssen Protestaktion auf Shell-Ölplattform abbrechen

123 Stunden für die Arktis

Fast eine Woche lang hielten sie durch: Greenpeace-Aktivisten protestierten auf einer Ölplattform gegen Shells Bohrpläne in der Arktis. Nun mussten sie ihre Aktion beenden. 

  • /

Starker Wind peitscht die Wellen hoch und höher. Aus Sicherheitsgründen haben die Aktivisten deshalb ihre Protestaktion auf der Shell-Plattform Polar Pioneer abgebrochen und sind seit gestern zurück an Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza. Insgesamt haben sie 123 Stunden auf der Plattform verbracht und dort gegen die Ölausbeutung und für den Schutz der Arktis protestiert.

Die sechs Männern und Frauen hatten am Wochenende ein riesiges Banner mit sechs Millionen Namen von Arktisschützern aus aller Welt an der Plattform befestigt. Kurz darauf schlug das Wetter um.

Bohrungen in der Arktis: Unfälle sind programmiert

Die Polar Pioneer ist unterdessen weiter auf ihrem Weg nach Seattle; dort erwartet sie eine Flotte von Shell-Schiffen. Sobald die US-Regierung die Ölsuche in der Arktis für dieses Jahr endgültig erlaubt hat, wird sich die Flotte dann auf den Weg nach Alaska machen.

Die Wetterbedingungen dort in der Arktis machen Ölbohrungen extrem riskant. Vor der Küste Alaskas ist es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen gekommen, wie zum Beispiel dem Unglück der Exxon Valdez vor 26 Jahren. Im Jahr 2012 havarierten ein Bohrschiff sowie eine Bohrplattform von Shell – nur mit Glück kam es nicht zu großflächigen Verschmutzungen.

Gelingt es Shell, in der arktiischen Tschuktschensee Öl zu finden und mit der Ausbeutung zu beginnen, schätzt die US-Regierung die Wahrscheinlichkeit für einen oder mehrere schwere Unfälle auf 75 Prozent. Weltweit gibt es bis heute keine Methode, mit der ausgelaufenes Öl in eisbedeckten Gewässern geborgen werden kann.

Publikationen

Shell in der Arktis

Der Ölkonzern Shell will in einer der letzten unberührten Regionen der Erde nach Öl bohren. Trotz massiver Bedenken und internationaler Proteste hält der Konzern stur an seinen Plänen fest.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Der Erdöl-Reader

Dieser umfassende Bericht vermittelt Fach- und Spezialwissen zum Thema Öl auf anschauliche Art und Weise.

Zur Kampagne

Arktis-Pläne einfrieren!

Shell ist zurück in der Arktis. Vor der Küste Alaskas sucht der Konzern nach Öl – trotz hoher Risiken und internationaler Proteste.

Alle Artikel zu dieser Kampagne

Mehr zum Thema

Aufräumen am Ende der Welt

Plastikmüll an Stränden ist leider nichts Neues. Aber in der Arktis? Greenpeace barg an der Küste Spitzbergens bergeweise Kunststoff – Folgen einer ausufernden Fischereiindustrie.

12 Freunde

Die Kiezkicker vom FC St. Pauli unterstützen die Greenpeace-Kampagne zum Arktisschutz – und unterzeichneten als erster deutscher Profisportverein die Arctic Declaration.

Überraschender Besuch

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise trägt den Protest gegen die Ölbohrungen des Konzerns OMV in die Barentssee. Vor dessen Ölplattform flattern nun Banner: „Raus aus der Arktis!“