FC St. Pauli für den Schutz der Arktis

12 Freunde

Die Kiezkicker vom FC St. Pauli unterstützen die Greenpeace-Kampagne zum Arktisschutz – und unterzeichneten als erster deutscher Profisportverein die Arctic Declaration.

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Fußball und Eisbären? Passt, denn seit gestern hat die Arktis-Kampagne einen weiteren prominenten Unterstützer: den FC St. Pauli. Greenpeace-Eisbärin Paula besuchte aus diesem Anlass das Training des Hamburger Zweitligisten und fand auf Anhieb viele neue Freunde. Stellvertretend für den ganzen Verein unterschrieb der Kapitän der Mannschaft Sören Gonther die Arctic Declaration, eine internationale Erklärung von Greenpeace zum Schutz der Arktis. „Wir sind ein Verein, der klare Kante zeigt und politisch aktiv ist", sagte Kapitän Gonther. „Denn der Schutz der Arktis geht uns alle etwas an. Da müssen wir zusammenhalten."

Diese Unterstützung ist derzeit auch bitter nötig, denn der österreichische Ölkonzern OMV hat erst im vergangenen Monat mit Probebohrungen in der Arktis begonnen. Das Unternehmen sucht in der Nähe eines Naturschutzgebietes nach Öl. „Diese Bohrungen sind extrem gefährlich“, so Larissa Beumer, Greenpeace-Expertin für die Arktis. „Die arktischen Staaten und die internationale Gemeinschaft müssen deshalb in der hohen Arktis ein Schutzgebiet etablieren, denn nur so können wir Ölbohrungen langfristig verhindern. Die Unterstützung des FC St. Pauli zeigt, dass der Schutz des sensiblen Ökosystems alle etwas angeht.“

Prominente Unterstützung

Der FC reiht sich mit seiner Unterschrift in eine lange Liste von berühmten und geschätzten Persönlichkeiten und Institutionen ein, die sich bereits für den Schutz der Arktis ausgesprochen haben: vom buddhistischen Dalai Lama und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu über Golden-Globe- und Oscar-Preisträgerin Emma Thompson bis hin zum Musiker Herbert Grönemeyer. Gemeinsam fordern sie unter anderem ein Schutzgebiet in den internationalen Gewässern rund um den Nordpol, in dem jegliche industrielle Nutzung untersagt sein muss, sowie ein Verbot der Ölförderung in der arktischen See. Mehr als 7,5 Millionen Arktisschützer weltweit üben bisher zusammen mit Greenpeace Druck auf die relevanten politischen Gremien aus.

Und auch die Fans des FC St. Pauli sollen die Möglichkeit bekommen, sich für den Schutz der Arktis einzusetzen. Deshalb werden Greenpeace und Eisbärin Paula zum Saisonabschluss am 15. Mai am Hamburger Millerntorstadion zu Gast sein. Dort sammeln sie noch mehr Unterschriften für den Schutz der Arktis. Denn Fußball und Eisbären passen gut zusammen!

Text von Christian Biederstaedt

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