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Arctic Sunrise auf Heimatkurs

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise ist frei und kehrt endlich nach Amsterdam in seinen Heimathafen zurück.

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Über 300 Tage ist es her, dass die russische Küstenwache die Arctic Sunrise illegal besetzt und anschließend nach Murmansk geschleppt hat. Seitdem lag sie dort an der Kette.

Vor rund einem Monat konnte erstmalig eine komplette Greenpeace-Crew unter Kapitän Daniel Rizotti an Bord gehen. Die Männer und Frauen brauchten vier Wochen, um das Schiff wieder in einen seetüchtigen Zustand zu bringen. Nach der Beschlagnahme durch die russische Küstenwache wurden Teile der Bordelektronik entfernt oder zerstört.

Anker gelichtet

Die Arctic Sunrise wird voraussichtlich in zehn Tagen ihren Heimathafen Amsterdam erreichen. Dort soll sie zunächst von Greenpeace-Aktivisten, zusammen mit den Mitgliedern der Arktis 30, begrüßt werden. Anschließend wird das Schiff in einer Werft gründlich überholt und neu ausgerüstet.

"Die illegale Beschlagnahme der Arctic Sunrise und die Festnahme ihrer Besatzung durch die russische Küstenwache im September vergangenen Jahres  ist der Versuch uns einzuschüchtern“, sagt Faiza Oulahsen von Greenpeace Niederlande.

Die Niederländerin hatte als eine der Arctic 30 nach dem friedlichen Protest an der Gazprom-Ölplattform 70 Tage in russischer Haft gesessen. Der Fall der Arctic 30 hat international für Empörung gesorgt. Weltweit setzten sich fast 3 Millionen Menschen mit Protestmails an russische Botschaften dafür ein, dass die Anklage gegen die Aktivisten fallengelassen wird.

Anfang Mai 2014 wurde das erste Mal Öl von der Bohrinsel nach Europa geliefert. Rund 80 Greenpeace-Aktivisten protestierten gegen die Lieferung des Öls aus den arktischen Gewässern im Hafen Rotterdam.

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