Presseerklärung

Erfolg für die Greenpeace-Kampagne gegen Gen-Soja in Tierfutter

Wiesenhof verzichtet auf Gentechnik

Hamburg, 7. 12. 2014 – Der größte deutsche Geflügelproduzent wird gentechnikfrei: Die PHW-Gruppe mit ihrer Marke Wiesenhof wird ab 2015 alle Hähnchen wieder ohne Gen-Pflanzen im Tierfutter mästen.

Anfang des Jahres erst hatte die deutsche Geflügelbranche unter Führung der PHW-Gruppe angekündigt, wieder Gen-Soja zu verwenden. Doch eine Forsa-Umfrage im Auftrag von Greenpeace belegte: Die Mehrheit der Deutschen will kein Fleisch, das mit Gen-Futter produziert wurde. Greenpeace-Aktivisten hatten daraufhin vor Supermärkten gegen Gen-Soja in der Tiermast protestiert, Verbraucher verschickten Protestmails an Supermärkte. Supermärkte wie Rewe, Edeka, Penny oder tegut haben bereits reagiert und setzen zunehmend auf gentechnikfrei gefütterte Ware. „Die Greenpeace-Kampagne gegen Gen-Futter zeigt Wirkung: Wiesenhofs Entscheidung gegen Gen-Soja ist ein Signal an die gesamte Geflügelbranche. Greenpeace fordert die anderen Geflügelproduzenten wie Rothkötter auf, wieder zu Futter ohne Gen-Soja zu wechseln“, sagt Stephanie Töwe, Landwirtschaftsexpertin von Greenpeace.

Die PHW-Gruppe verfüttert in der Hähnchenmast pro Jahr etwa 150.000 Tonnen Sojaschrot. Pro Woche schlachtet die Gruppe circa 4,5 Millionen Hähnchen – im Jahr ungefähr 240 Millionen Tiere. Die Futtermittel-Soja kommt aus Nord- und Südamerika, wo ein Großteil der Pflanzen gentechnisch verändert ist. Der Anbau gefährdet die Artenvielfalt und richtet durch den hohen Einsatz von Spritzmitteln immense ökologische Schäden an: Unkräuter werden resistent, in der Folge müssen immer mehr Spritzmittel eingesetzt werden. Arbeiter und Anwohner in Brasilien und Argentinien sind den Giften oft schutzlos ausgeliefert. „Der Gensoja-Anbau ist eine Katastrophe für die Umwelt und die Menschen in den Anbauländern. Wenn die Geflügelbranche jetzt mit Wiesenhof mitzieht, stärkt das zugleich alle gentechnikfreien Soja-Anbauer. Langfristig sollten alle Fleischerzeuger auf heimische und nachhaltig produzierte Futtermittel setzen“, sagt Töwe.

Doch Gentechnik ist nur die Spitze des Eisbergs: Gerade die Geflügelindustrie ist angesichts der Massentierhaltung, dem hohen Einsatz von Antibiotika und überzüchteten Rassen noch weit von nachhaltiger Fleischproduktion entfernt.

McDonald’s muss folgen

McDonald’s Deutschland spielt als Abnehmer von über 21.000 Tonnen Geflügelfleisch pro Jahr  eine zentrale Rolle, wenn sich die Standards in der Haltung und Fütterung dauerhaft verbessern sollen. Der Burger-Konzern will dabei nicht auf Genfutter verzichten – angeblich, weil dies nicht möglich sei. „Die Wiesenhof-Entscheidung zeigt: McDonald’s lügt. Der Handel hat vorgemacht, dass es ohne Gentechnik geht, und nun zieht auch der größte deutsche Geflügelmäster mit. McDonald’s verspielt seine Glaubwürdigkeit“, sagt Töwe.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Stephanie Töwe, Tel. 0171-8780838, oder Pressesprecherin Carolin Wahnbaeck, Tel. 0171-8781196. Die Kampagne im Internet:  www.greenpeace.de/genfutter

Rückfragen

Achtung Redaktionen!
Rückfragen bitte an:

Pressekontakt

Pressesprecherin
Carolin Wahnbaeck Phone:
040-30618342