Presseerklärung

Umweltschützer und indigene Munduruku fordern Aus für Staudammprojekt

Greenpeace-Protest gegen Dammbau im Amazonas

Hamburg/Manaus, 21. 3. 2016 – Vor der Bedrohung des Amazonas-Regenwaldes durch ein geplantes Staudammprojekt warnt Greenpeace weltweit zum heutigen internationalen Tag des Waldes. Bereits am Samstag protestierten Mitglieder der indigenen Gemeinschaft der Munduruku zusammen mit Greenpeace-Aktivisten am Fluss Tapajós. Dort plant die brasilianische Regierung eine Reihe von Staudämmen, die Umwelt und Heimat der Munduruku bedrohen.

"Energie zu derart hohen Kosten für Mensch, Umwelt und Klima zu erzeugen, ist moralisch nicht vertretbar. Wir fordern gemeinsam mit den Munduruku die brasilianische Regierung auf, das Genehmigungsverfahren zu stoppen und auf vorhandene saubere Alternativen wie Energie aus Sonne und Wind zu setzen", sagt Jannes Stoppel, er ist Waldexperte von Greenpeace und derzeit vor Ort im Amazonas. 

Mehr als 40 Staudämme hat die brasilianische Regierung für das Tapajòs-Becken vorgesehen, einige in der konkreten Planungsphase. Für den mehr als sieben Kilometer breiten São Luiz do Tapajós-Damm, der als erstes gebaut werden soll, würde ein 729 Quadratkilometer großes Staubecken entstehen – eine Fläche etwa so groß wie Hamburg. Das bedeutet die Zerstörung von riesigen Urwaldflächen, zahlreichen Seen und Inseln. Das Tal des Tapajós gilt als eines der artenreichsten im Amazonas-Regenwald – Jaguar, Flussdelphin, Seekühe sowie hunderte Fisch- und Vogelarten sind hier zu finden. 

Menschenrechte werden ignoriert 

Außer Acht gelassen wurden bei der vorangegangen Umweltverträglichkeitsprüfung vor allem auch die Auswirkungen auf die in der Region lebenden Menschen. Für den Damm würde die Heimat der indigenen Gemeinschaft der Munduruku geflutet und ihre Fischgründe und heiligen Stätten zerstört werden. „Fluss und Wald sind unser zu Hause und unsere Lebensgrundlage – mit dem Bau dieses Dammes nimmt man uns beides”, sagt Juarez Saw Munduruku, Oberhaupt der Munduruku aus Sawre Muybu. Rund 12.000 Munduruku leben in der Region des Tapajós, einem der letzten unberührten Nebenflüsse des Amazonas. 

„Noch befindet sich das Dammprojekt in einem frühen Stadium eines Genehmigungsprozesses, der genauso ernsthafte Mängel aufweist wie zuvor das Belo Monte-Staudammprojekt. Dieses ist mittlerweile Teil der größten Korruptionsermittlung in Brasilien – daraus muss die brasilianische Regierung Lehren, und früh genug die Notbremse ziehen“, sagt Stoppel.

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