Beluga II - schwimmendes Labor

Anfang 2004 erfolgt ein Wachwechsel auf der alten "Beluga". Das Schiff hat ausgedient und geht fest vertäut im Hamburger Hafen vor Anker. Nun gibt Greenpeace erstmals den Bau eines eigenen Schiffes in Auftrag. Fortan wird die "Beluga II" die Arbeit ihrer Vorgängerin weiterführen. Als schwimmendes Labor soll sie die Flüsse hinauf und die Küsten entlangfahren, dorthin, wo Menschen die Gewässer verschmutzen.
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Das neue Greenpeace-Segelschiff ist nach dem Prinzip des holländischen Klippers speziell für Fluss- und Küstenfahrten konzipiert. Sein geringer Tiefgang und der am Boden abgeflachte Schiffskörper ermöglichen sogar Fahrten durch Flachwasserzonen. Problemlos kann die Beluga II im Watt trockenfallen und mit der nächsten Flut wieder Fahrt aufnehmen. Auch Brücken bilden keine Hindernisse mehr. Mit seinen umklappbaren Schiffsmasten kann der Segler auch kleinere Flüsse befahren.

Das Schiff hat einen erheblich größeren Aktionsradius als das alte Flussschiff Beluga und kann unter Motor 1000 Seemeilen (rund 1850 Kilometer) zurücklegen, ohne zu tanken. Und der neue Segler kann noch mehr: Während auf der alten Beluga das Labor fest installiert war, bietet das neue Schiff die Möglichkeit, einen 20-Fuß-Normcontainer unter Deck an Bord zu nehmen, 6 x 2,5 x 2,8 Meter groß. Dieser kann ein Labor beherbergen oder ein Kommunikationszentrum - je nachdem, was gerade gebraucht wird. Auf Infotouren wird der Laderaum als Ausstellungs- und Vortragsraum, aber auch für Filmvorführungen und Pressekonferenzen genutzt.

Greenpeace hatte bis dahin alle Schiffe, die unter seinem Logo fuhren, aufgekauft und umgebaut. Ein Aufwand, der nicht weniger kostspielig war als ein gänzlich neues Schiff zu bauen. Das Geld für die Beluga II stammt aus dem Nachlass Ilse Vormanns. Die Düsseldorferin hatte einen Teil ihres Vermögens an Greenpeace gespendet. Der Löwenanteil von Vormanns Spende ging in die technische Ausrüstung des Schiffes. Allein die Hauptmaschine kostete 125 000 Euro, Segel und Takelage rund 150 000 Euro. Eine Gedenktafel, die an die Spenderin erinnert, ziert heute das Schiffsbüro.

Technische Daten:

• Länge 33,3 Meter
• Wasserlinienlänge 28 Meter
• Breite 6,20 Meter
• Tiefgang ca. 1,80 Meter

• Brückendurchfahrtshöhe minimal 3,60 Meter
• Durchfahrthöhe des leeren Schiffes mit stehendem Mast 25,40 Meter
• Verdrängung 115 Tonnen
• Max. Geschwindigkeit 9,5 Knoten
• Brennstoffverbrauch 25 Liter pro Stunde

Takelung (ketschgetakelt) in qm:
• Besan 85 (2 Reffs)
• Großsegel 108 (2 Reffs)
• Fock 74 (1 Reff)
• Klüver / Groß 56
• Sturmklüver 19

• Crew 5 Personen
• Leistung der Hauptmaschine 183 Kilowatt
 

Die Beluga II hat zwei Stahlmasten, die sich mit Hilfe eines Fußgelenkes (Mastkoker) umlegen lassen. Der Besanmast ist 20,4 Meter lang.

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