Liebe Umweltschützerin, lieber Umweltschützer,
sein Revier sind die Ozeane. Der Rote Tunfisch legt auf seinen Wanderungen jährlich Tausende Seemeilen zurück, doch in seinen Laichgebieten im Mittelmeer wird er rücksichtslos gejagt. Inzwischen gilt dieser größte aller Tunfische als akut bedroht.
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| Ein Schwarm Roter Tunfische. |
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Seit einigen Wochen kreuzt das Greenpeace-Schiff MV Esperanza auf der SOS Weltmeer-Expedition im Mittelmeer, um mit Aktionen gegen die rücksichtlose Vernichtung des Roten Tuns zu protestieren.
Jeden Frühsommer durchpflügen Fangflotten die Küstenregionen vor den Balearen und Nordafrika, denn hier versammelt sich der Rote Tunfisch zum Laichen. Durch den Fang während der Laichzeit wird ihm oftmals die Chance genommen, sich zu vermehren.
Die für die Bestandsgröße zuständige Kontroll-Organisation ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas) hat seit Jahren den Überblick über die tatsächlichen Fangmengen verloren. Schon im Jahr 2002 konnten ICCAT-Wissenschaftler keine verlässlichen Angaben über die Bestandsgröße des Roten Tuns liefern. Damals lautete der lapidare Befund, dass große Mengen Fische undokumentiert gefangen würden.
Und nicht nur die Fischer machen Jagd auf den rastlosen Schwimmer, für dessen schmackhaftes Fleisch in Japan 500 Dollar pro Kilo bezahlt wird. Weil sein Bestand schon so massiv geschrumpft ist, konzentrieren sich mittlerweile Fischfarmen auf den Lebendfang von Jungtieren, die noch zu klein sind, um vermarktet werden zu können.
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| Ein Transportkäfig für Roten Tunfisch. Diese Tunfische werden lebendig vor der libyschen Küste gefangen und in speziellen Käfigen zu Tunfisch-Farmen bei Sizilien transportiert. |
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Neben der offiziellen Fangquote von 32.000 Tonnen werden so weitere Tausende Tonnen Jungfische für die Mast in Fischfarmen gefangen. Sie werden in riesigen Unterwasserkäfigen mit geeigneten Kleinfischen gefüttert. Dabei werden bis zu 20 Kilogramm Fisch benötigt, um ein Kilogramm Tunfisch heranzumästen - eine unglaubliche Verschwendung! Der benötigte Futterfisch, der auch für den menschlichen Verzehr geeignet wäre, wird unter großem Energie- und Geldeinsatz vor den Küsten Afrikas und Amerikas gefangen und zu den Fischfarmen transportiert.
Der Rote Tunfisch braucht Schutzgebiete! 2006 ist das Schicksalsjahr für Niedergang oder Fortbestand des Roten Tuns im Mittelmeer. Eine Studie im Wissenschaftsjournal Nature belegt einen Rückgang der weltweiten Großfischbestände, zu denen auch der Rote Tunfisch zählt, um 90 Prozent in den letzten 50 Jahren. Der Bestand kann sich nur in großflächigen Schutzgebieten erholen, in denen sich die Tiere ungestört vermehren und Jungtiere heranwachsen können.
Greenpeace fordert deshalb ein globales Netzwerk von Schutzgebieten, welches 40 Prozent der Meere umfassen soll. Der konkrete Vorschlag für 32 Schutzgebiete im Mittelmeer wird derzeit der Öffentlichkeit präsentiert (siehe rechts).
Der Einsatz der MV Esperanza zur Rettung des Roten Tuns kostet pro Tag knapp 7.000 Euro. Das können die Greenpeace-Gruppen am Mittelmeer allein nicht finanzieren. Deshalb helfen wir ihnen dabei. Helfen Sie mit Ihrer Spende, damit wir helfen können. Herzlichen Dank!
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Thilo Maack
Meeresbiologe
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PS: Erstmals seit 20 Jahren erringen die Japaner bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) einen Abstimmungserfolg. Informationen hierzu finden Sie auf unserer Internetseite unter folgenem Artikel: Nach 20 Jahren erster Sieg für Japan.
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| Bildergalerie |
Der Greenpeace Fotograf Gavin Newman zog sich einen Taucheranzug an und schwamm zu den Tunfischen.
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